Solartechnik

Sono Motors beantragt Schutzschirm

Vor zweieinhalb Monaten verkündete das Münchner Unternehmen das Aus für sein Solarauto Sion. Nun ist auch das verbliebene Geschäft mit Solartechnik gefährdet.

Sono Motors beantragt Schutzschirm

Sono Motors
beantragt Schutzschirm

Nach Aus des Solarautos droht Zahlungsunfähigkeit

jh München

Der Neuanfang von Sono Motors ist in Gefahr. Das Münchner Unternehmen, dessen Projekt für die Serienproduktion eines Solarautos im Frühjahr gescheitert war, hat eine Sanierung in einem Schutzschirmverfahren beantragt. Ergänzend stellte die an der New Yorker Börse notierte Muttergesellschaft Sono Group N.V. am Amtsgericht München einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.

Finanzpartner nicht in Sicht

Sono Motors begründet die Schritte damit, dass der Plan fehlgeschlagen ist, Anzahlungen von Interessenten für das Solarauto Sion zurückzuerstatten. Das Bemühen um Finanzierungspartner blieb erfolglos. Das Unternehmen erklärt dies mit der wachsenden Unsicherheit im Kapitalmarkt.

Nach dem Ende Februar verkündeten Aus für das Auto Sion wollte sich Sono Motors auf das Nachrüsten von Fahrzeugen mit Solartechnik konzentrieren. Dies soll nun mit einer Sanierung gesichert werden. “Die innovativen Produkte des Unternehmens in der Solartechnologie haben das Potenzial, für OEMs von großem Interesse zu sein”, sagt Sanierungsexperte Dirk Schoene über Fahrzeughersteller (OEMs) als Kunden. Schoene und Holger Ellers von der Wirtschaftskanzlei Dentons, die auf Restrukturierungen spezialisiert ist, begleiten das Schutzschirmverfahren. Für die Eigenverwaltung des Mutterkonzerns Sono Group wurden Christian Plail und Matthias Räupke von der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz engagiert.

Sono Motors hatte bis zum Ende des Projekts nach Angaben der beiden CEOs mehr als 45.000 Vorbestellungen und Reservierungen für das Solarauto erhalten. Geplant war, dass der finnische Auftragshersteller Valmet den Sion von Anfang des Jahres 2024 an in Serie produziert. Das Fahrzeug sollte für knapp 30.000 Euro verkauft werden.

Die Rettungsaktion “#savesion” von Dezember 2022 bis Februar 2023 hätte 105 Mill. Euro einbringen müssen, um das Projekt fortzusetzen. Es kamen aber nur rund 48 Mill. Euro zusammen. Die Interessenten, die einen Teil oder den vollen Preis als Anzahlung geleistet haben, müssen nun um ihr Geld bangen.

Wertberichtigt Seite 2