Sto prüft Voraussetzung für Liquiditätshilfe

Vorsichtsmaßnahme für Notfall - Aktuell finanziell gut ausgestattet - Geschäftsjahr startet planmäßig

Sto prüft Voraussetzung für Liquiditätshilfe

mic München – Sto hat einen planmäßigen Start in das laufende Jahr hingelegt, wird jedoch mit Blick auf die Corona-Pandemie zunehmend vorsichtig. Dies ist dem Geschäftsbericht 2019 zu entnehmen, den der Spezialist für Wärmedämm-Verbundsysteme und Fassadenelemente vorlegte. Corona kann Gewinn drittelnVorstandssprecher Rainer Hüttenberger weist daher darauf hin, dass die unveränderte Dividende von 0,25 Euro je Stammaktie (0,31 Euro je Vorzugsaktie) samt gleichbleibendem Sonderbonus von 3,78 Euro noch von der Hauptversammlung am 10. Juni gestrichen werden könnte. Sto prüft nach eigenen Angaben die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme staatlicher Liquiditätshilfen.Das Geschäft sei in den Monaten Januar und Februar wegen der günstigen Witterungsverhältnisse erfreulich verlaufen, erklärte das Unternehmen aus dem südbadischen Stühlingen. Seit März habe die Pandemie aber die Sto-Töchter in Frankreich, Italien und China getroffen. Weil dagegen im Stammmarkt Sonderschichten gefahren wurden, sei der Umsatz im ersten Quartal trotzdem gestiegen. Er liege im Rahmen der Erwartungen.Der Vorstand legte eine Prognose vor, die die Auswirkungen der Pandemie ausklammert. Demnach soll der Umsatz um 6,6 % auf 1,49 Mrd. Euro steigen und das operative Ergebnis (Ebit) in der Bandbreite zwischen 93 Mill. Euro und 103 Mill. Euro landen. Im vergangenen Jahr waren 86 Mill. Euro erreicht worden. Im Risikobericht wird allerdings davor gewarnt, die Pandemie könne das Ebit ausgehend von 93 Mill. Euro um maximal 60 Mill. Euro drücken. Geld auf der hohen KanteSto fühlt sich nach eigenen Angaben finanziell gut ausgestattet. Tatsächlich stiegen im vergangenen Jahr die Nettofinanzguthaben von 91 Mill. Euro auf 120 Mill. Euro. Darüber hinaus existiere ein Konsortialkredit von 100 Mill. Euro bis zum Jahr 2022, heißt es im Geschäftsbericht. Trotzdem prüft Sto die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme staatlicher Liquiditätshilfen. Kritisch wäre die Situation dann einzustufen, wenn längerfristig Produktion und Vertrieb in den wesentlichen Märkten unterbunden würden, Rohstoffbelieferungs- und Logistikketten zusammenbrechen oder Gesundheitsbehörden eine entsprechende Schließung anordnen würden, wird die Prüfung begründet.Im vergangenen Jahr steigerte Sto den Umsatz um 5 % auf 1,4 Mrd. Euro. Das organische Erlösplus betrug 3,4 %. Das Ebit legte um 4,9 % auf 86 Mill. Euro zu. Der aktuelle Dividendenvorschlag läuft darauf hinaus, 26 Mill. Euro des Überschusses von 56,3 (i.V. 53,8) Mill. Euro auszuschütten. Bezogen auf den Schlusskurs 2019 von 114 Euro errechnet sich aus dem Dividendenvorschlag eine Ausschüttungsrendite von 3,6 % je Vorzugsaktie.