Takeaway leidet nur kurz unter Coronakrise
Takeaway leidet nur kurz unter Coronakrise
hek Frankfurt – Der Online-Essensdienst Takeaway.com hat im März kurzzeitig unter der Coronavirus-Pandemie gelitten. Ab Mitte vergangenen Monats seien die Ordervolumina gesunken, weil Restaurants geschlossen hätten und weniger Bestellungen aus Büros hereingekommen seien, teilt das niederländische Unternehmen mit. Zudem machte eine Cyberattacke dem Konzern zu schaffen. CEO Jitse Groen stuft die Abschwächung aber als vorübergehend ein. Gegen Ende März habe das Geschäft wieder angezogen. Die wichtigsten Märkte, darunter Niederlande, Deutschland und Polen, hätten sich erholt.Das Trading Update macht deutlich, dass die Coronakrise gegenläufige Auswirkungen auf die Essensdienste hat. Generell profitiert die Branche, weil Restaurantbesuche nicht mehr möglich sind und Kunden auf Onlinebestellungen ausweichen. Doch es gibt auch Belastungen. So kommt es zu Umwälzungen bei den Partnerrestaurants, denen die Zubereitung der Gerichte obliegt. Betriebe, die kein eigenes Lieferpersonal haben, sind häufig komplett geschlossen. Die Folge: Der konzerneigene Bringdienst Scoober, der die Auslieferung dann übernimmt und zur deutschen Tochtergesellschaft Lieferando gehört, verzeichnete laut Takeaway die stärksten Einbußen. Scoober steht für 7 % der Takeaway-Orders im ersten Quartal. Parallel hätten sich andere Restaurantbetreiber bemüht, Partner von Takeaway zu werden, um Umsatzverluste im stationären Lokal zu kompensieren. Tausende Restaurants seien auf den Webseiten des Konzerns hinzugekommen, darunter bekannte Ketten und “Local Heroes”.Takeaway gehöre zu den wenigen Unternehmen, die nur moderat von der Krise betroffen seien, meint Groen. Im ersten Quartal verbuchte das Unternehmen 46,7 Mill. Bestellungen, 50 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Anstieg geht vor allem auf die Übernahme des Deutschland-Geschäfts von Delivery Hero zurück. Hierzulande legten die Orders um 126 % zu, bereinigt um die Übernahme waren es 19 %. Auf Deutschland entfällt knapp die Hälfte der Bestellungen des Takeaway-Konzerns.Die per Aktientausch erworbene britische Just Eat ist in diesen Angaben nicht enthalten. Die Wettbewerbsbehörde CMA habe ihre Überprüfung der Übernahme am 19. März in Gang gesetzt, berichtet Takeaway. Da die Frist der Behörde bei 40 Arbeitstagen liege, sei eine Entscheidung bis 19. Mai zu erwarten.Takeaway habe eine flexible Kostenbasis, versichert das Management. Die revolvierende Kreditlinie sei von 60 Mill. auf 120 Mill. Euro Ende Januar erhöht worden. Lokale Restaurants in mehreren Märkten würden unterstützt, etwa durch Verzicht auf Provision. Scoober sei nun in neun weiteren Städten vertreten.An der Börse kam das Trading Update gut an. Der Aktienkurs von Just Eat Takeaway.com legte am Donnerstag 14 % zu.