Telecom Italia punktet mit Ergebnissen
Telecom Italia punktet mit Ergebnissen
tkb Mailand – Telecom Italia (TI) hat am Mittwoch die “besten Quartalsergebnisse seit 2012” präsentiert. CEO Flavio Cattaneo erwartet für das zweite Vierteljahr eine weitere Beschleunigung. Die Tochtergesellschaft TIM Brasil konnte erstmals seit drei Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben. Der Gruppenumsatz erhöhte sich um 8,5 % auf 4,8 Mrd. Euro. Analysten hatten einen Umsatz von 4,5 Mrd. Euro erwartet. Der Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 16,2 % auf 2 Mrd. Euro zu. Die Nettoverbindlichkeiten haben sich innerhalb eines Jahres um 1,9 Mrd. auf 25,2 Mrd. Euro verringert.TI will 11 Mrd. Euro in den Ausbau des Ultra-Breitbandnetzes investieren. Analysten erwarten davon erhebliche operative Chancen. Das Problem ist, dass sich der Wettbewerb am italienischen Mobilfunkmarkt mit dem erwarteten Einstieg des französischen Mobilfunkbetreibers Iliad noch verschärfen wird, so dass sich der Preiskrieg verstärkt. Vor knapp einem Jahr erwarb Iliad Netzkapazitäten von CK Hutchison (3 Italia) und Vimpelcom (Wind) in Italien. Sollte Iliad in Italien das französische Modell mit extrem niedrigen Pauschaltarifen wiederholen, so werden sich wohl auch Telecom Italia und Vodafone gezwungen sehen, die Preise am Mobilfunkmarkt zu senken.Heute soll bei der Hauptversammlung der neue Präsident von Telecom Italia ernannt werden. Der französische Medienkonzern Vivendi, mit 24 % der größte Aktionär bei TI, will Vivendi-CEO Arnaud de Puyfontaine zum Präsidenten ernennen. Des Weiteren will Vivendi zwei Drittel des Aufsichtsrats mit eigenen Leuten besetzen. Damit würden die Franzosen TI de facto kontrollieren. Spekulationen, dass Vivendi die Telecom-Italia-Gruppe mit der Mediengruppe Mediaset von Silvio Berlusconi zusammenzuschließen will, werden wieder lauter, obwohl die italienische Kommunikationsbehörde Agcom Vivendi Mitte April aufgefordert hatte, entweder bei Telecom Italia (24 %) oder aber bei Berlusconis Medienkonzern Mediaset (29 %) ihre Beteiligung zu senken. Als Grund wurde eine marktbeherrschende Position der Franzosen am italienischen Kommunikationsmarkt genannt. Der Beteiligungsabbau müsse innerhalb eines Jahres erfolgen.