Telekom legt noch einen drauf
Telekom legt noch einen drauf
Die US-Tochter T-Mobile bleibt das Zugpferd im Konzern. Mit ihren starken Zahlen im Rücken erhöht die Deutsche Telekom ihre operative Ergebnisprognose leicht und toppt im zweiten Quartal erneut die Marktschätzungen. Gleichzeitig wird viel investiert.ak Düsseldorf – Die Deutsche Telekom hat im zweiten Quartal ihre Wachstumsdynamik noch etwas gesteigert. Umsatz und bereinigtes operatives Ergebnis vor Abschreibungen legten mit 6 % bzw. 8,9 % noch einen Tick stärker zu als in den ersten drei Monaten des Jahres. Bei beiden Kennziffern übertraf der hiesige Branchenprimus die Erwartungen der Analysten. Der Vorstand hob die Prognose für das bereinigte Ebitda um 100 Mill. auf 22,3 Mrd. Euro für das Gesamtjahr an.Der Star unter den Segmenten ist weiterhin das US-Geschäft. T-Mobile USA habe das 17. Quartal in Folge mehr als 1 Million Neukunden hinzugewonnen, verkündete Finanzvorstand Thomas Dannenfeldt in einer Telefonkonferenz. Die Tochter, die fast die Hälfte des Konzernumsatzes beisteuert, aber mit 28 % bereinigter Ebitda-Marge weniger profitabel ist als das Geschäft im Heimatmarkt (39 %), wuchs im zweiten Quartal erneut zweistellig und steigerte dabei auch ihre Profitabilität.In Sachen strategische Zukunft des US-Geschäfts wartete Dannenfeldt jedoch mit wenig Neuem auf. Nach der im April beendeten Spektrumauktion – die Telekom investierte dort 7,2 Mrd. Euro in neue Mobilfunklizenzen – gebe es Sondierungen aller Marktteilnehmer. “Es gibt Gespräche, aber nichts, worüber zu berichten wäre.” Weiteres Potenzial in USADannenfeldt betonte aber die aussichtsreiche Positionierung der US-Tochter, die der am schnellsten wachsende landesweite Mobilfunkanbieter sei. Potenzial für weitere Expansion sowohl regional durch eine verbesserte Netzabdeckung als auch durch das Erreichen neuer Kundengruppen zum Beispiel im Geschäftskundensegment sei vorhanden.Auch in anderen Regionen kam die Telekom voran, allerdings erwartungsgemäß in viel kleineren Schritten. Für den Heimatmarkt betonte der Branchenprimus, dass es ihm als einzigem Anbieter gelungen sei, im zweiten Quartal im Mobilfunk die Serviceumsätze zu steigern. Die gesamten Erlöse in Deutschland stiegen zwischen April und Juni um 0,6 % auf 5,4 Mrd. Euro.T-Systems bleibt im Konzern das Sorgenkind, allerdings fiel das zweite Quartal um einiges besser aus als das erste. Der Umsatzrückgang hielt sich mit knapp 2 % in Grenzen, und das bereinigte Ebitda verbuchte gar ein Plus von 22 %. Dannenfeldt dämpfte jedoch die Erwartungen und verwies auf übliche quartalsweise Schwankungen. Im Gesamtjahr werde ein stabiles Ergebnis im Jahresvergleich erwartet.Während sich Finanzchef Dannenfeldt mit der operativen Entwicklung des Konzerns insgesamt hochzufrieden zeigte, sehen die Zahlen der Telekom am unteren Ende der Gewinn-und-Verlust-Rechnung weniger rosig aus. Das Finanzergebnis rutschte mit nahezu – 3 Mrd. Euro im ersten Halbjahr tief in die Miesen. Die Wertberichtigung auf den Anteil am britischen Anbieter BT Group, die schon im ersten Quartal heftig belastet hatte, beläuft sich jetzt auf 1,1 Mrd. Euro. Zusätzlich drückten negative Bewertungseffekte aus der Ausübung und Folgebewertung eingebetteter Derivate bei Anleihen von T-Mobile USA auf die Zahlen. Der Konzernüberschuss ging in der Folge um mehr als die Hälfte auf 1,6 Mrd. Euro zurück.Dabei hat die Telekom allerdings die Investitionen deutlich erhöht. Auch ohne die Spektrumauktion in den USA seien sie um 13,5 % im Jahresvergleich auf 6,2 Mrd. Euro gestiegen, sagte Dannenfeldt. Er sprach von einem Rekordniveau. Trotz der gestiegenen Nettoverschuldung bleibe der Konzern in seiner Komfortzone beim Verschuldungsgrad, die zwischen 2 und 2,5 liege (Nettofinanzschulden im Verhältnis zum bereinigten Ebitda). Aktien als Dividende gefälltAls liquiditätsschonend erweist sich die Neigung der eigenen Anteilseigner, die angebotene Aktiendividende anzunehmen. Mit 49 % des Grundkapitals entschied sich fast die Hälfte der Investoren für eine Ausschüttung in Form von weiteren Telekom-Aktien. Damit seien 1,4 Mrd. Euro im Konzern geblieben, berichtete der Vorstand.An der Börse gab die Telekom-Aktie am Donnerstag ihre anfänglichen Gewinne fast vollständig wieder ab. Das Papier schloss mit 15,55 Euro; ein Plus von 0,1 %. Die Marktkapitalisierung beträgt 74 Mrd. Euro.—– Wertberichtigt Seite 8