Tesla und Panasonic beenden Solarpakt

Kooperation bei Akkus für Elektroautos läuft weiter

Tesla und Panasonic beenden Solarpakt

mf Tokio – Die Geschäftspartner Panasonic und Tesla entfernen sich weiter voneinander. Der japanische Industrieriese steigt Ende Mai aus der Produktion von Solarzellen für Tesla aus. Die Energiesparte des Unternehmens von Elon Musk entstand 2016 durch die Fusion mit der überschuldeten Solarcity Corp. und kam im Vorjahr auf einen Umsatz von 1,5 Mrd. Euro. Das entsprach 6 % der Konzerneinnahmen.Laut Panasonic hat die Entscheidung zum Ausstieg keinen Einfluss auf die Zusammenarbeit in der Gigafactory in Nevada. Dort fertigt Panasonic für Elektroautos von Tesla zylindrische Batterien. Dieses Geschäft schrieb nach jahrelangen Anlaufproblemen erst im vergangenen Quartal erstmals schwarze Zahlen, vor allem, weil Tesla die Produktion der Autos nicht so schnell hochfahren konnte wie vorgesehen. Wachsende EntfremdungDarüber hatten die beiden Partner sich so entfremdet, dass sie ihre Kooperation im Autobereich nicht weiter ausbauen wollen. Panasonic-Chef Kazuhiro Tsuga erklärte kürzlich, man habe “derzeit keine Pläne” für eine neue Akkufabrik in China, obwohl Tesla inzwischen auch in einer Fabrik in Schanghai Elektroautos produziert. Dort setzt Tesla-Chef Musk nun auf einen chinesischen Zulieferer für die Akkus. Den Zuschlag für die nächsten zwei Jahre erhielt in diesem Monat Contemporary Amperex Technology (CATL), die Panasonic inzwischen auch an der Weltspitze abgelöst hat. SchlankheitskurDas Ende des Solarpaktes mit Tesla begründeten die Japaner mit der laufenden Schlankheitskur für ihren Geschäftszweig. Dessen Heterojunction-Solarzellen sind hocheffizient, aber teuer. Nach der Verringerung der Subventionen für Solaranlagen in Japan fielen die Zellen daher im globalen Wettbewerb vor allem mit chinesischen Rivalen zurück. Im Vorjahr verkaufte Panasonic die wichtigste Fabrik, die in Malaysia steht, an den chinesischen Partner GS-Solar und vermarktet die Produkte nur noch unter eigenem Namen.Die US-Fabrik sollte ursprünglich Solarzellen mit der Form und Funktion von schwarzen Dachziegeln für das “Solardach” von Tesla herstellen. Aber das Produkt von Panasonic stellte Tesla sowohl vom Aussehen als auch vom Preis her nicht zufrieden. Daher baut Musk seit dem vergangenen Herbst die neueste Version seiner Solardächer mit Zellen aus China. Panasonic wiederum produziert seitdem für japanische Abnehmer, aber damit lässt sich die Fertigungslinie nicht auslasten. Zu Ende September werden die Japaner die Fabrik daher vollständig verlassen. Die Mitarbeiter erhalten entweder eine Abfindung oder arbeiten für Tesla weiter.