Thyssenkrupp lotet Fusion für Werftentochter aus
Thyssenkrupp lotet Fusion für Werftentochter aus
Reuters Düsseldorf – Nach der Niederlage im Bieterwettbewerb um mehrere Kriegsschiffe der deutschen Marine lotet Thyssenkrupp für ihre Werftentochter Möglichkeiten für die Gründung eines nationalen Champions aus. Für Vorstand Oliver Burkhard ist eine Konsolidierung unter bestimmten Voraussetzungen durchaus sinnvoll. Dazu würden auch Gespräche geführt, schrieb Burkhard auf Twitter. Ein Konzernsprecher ergänzte: “Wir haben immer gesagt, dass wir offen sind für Gespräche über mögliche Konsolidierungsszenarien, sofern diese wirtschaftlich sinnvoll und politisch gewollt sind.” Zuvor hatte der NDR berichtet, dass Thyssenkrupp in Gesprächen mit den deutschen Konkurrenten German Naval Yards und Lürssen sei.Als Bedingung für etwaige Zusammenschlüsse sieht Burkhard eine klare Haltung des Verteidigungsministeriums gegenüber der Industrie. Fehler wie bei MKS 180 – die Bundeswehr hatte Anfang des Jahres den Zuschlag für den milliardenschweren Auftrag zum Bau der Fregatten an das niederländische Familienunternehmen Damen vergeben – dürften nicht mehr gemacht werden, heißt es in dem Tweet. Ein nationaler Champion könnte die Antwort sein. Das gelte es nun auszuloten.Lürssen und German Naval Yards sind sowohl Konkurrenten als auch bei einigen Projekten Partner von Thyssenkrupp. “Wir halten eine Konsolidierung der Systemhäuser im deutschen Marineschiffbau für sinnvoll und erforderlich, um dadurch nachhaltig die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken”, erklärte Lürssen. Auch German Naval Yards sendete positive Signale. “Die Notwendigkeit und die Chancen einer deutschen Konsolidierung im Marineschiffbau sind in den vergangenen zwei Jahren sowohl von uns selbst als auch von unserem Eigentümer, der Privinvest, immer wieder betont worden”, sagte Vorstandschef Jörg Herwig.