Thyssenkrupp treibt Kostensenkung voran
Thyssenkrupp treibt Kostensenkung voran
cru Düsseldorf – Thyssenkrupp plant weitere Kostensenkungen in der Sparte für Anlagenbau. Ziel sei es, einen dreistelligen Millionenbetrag einzusparen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Zum Umfang der geplanten Stellenstreichungen wollte ein Sprecher keine Stellung nehmen. Laut Branchenkreisen sollen die Kosten um bis zu 250 Mill. Euro gedrückt werden – bei einem Spartenumsatz von 5,7 Mrd. Euro.Der operative Gewinn in der Sparte “Industrial Solutions”, die neben Großanlagen auch U-Boote und sonstige Kriegsschiffe baut, war in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres nach einer langen Auftragsflaute um drei Viertel auf 64 Mill. Euro eingebrochen. Hintergrund der geplanten Maßnahmen ist laut Konzern eine Neuausrichtung des Geschäftsbereichs, der gerade erst den bisherigen Leiter der Marinesparte, Peter Feldhaus, als neuen Krisenmanager bekommen hat. Geplant seien auch Kostensenkungen in Verwaltung, Einkauf und Vertrieb.Damit bekommt der Konzern neben der Stahlsparte ein zweites Sorgenkind. Auch in der Stahlsparte wurde ein Sparprogramm aufgelegt, das die Kosten bis 2020 um 500 Mill. Euro drücken soll und bis zu 4 000 der 27 000 Arbeitsplätze kosten könnte. Der Bereich verdient seine Kapitalkosten nicht. Deshalb strebt Konzernchef Heinrich Hiesinger für die Stahlsparte eine Fusion mit dem Europageschäft des indischen Konkurrenten Tata Steel an. Die Arbeitnehmervertreter fordern dagegen ein Ende der Fusionsgespräche.Investoren am Aktienmarkt nahmen indes die Sparprogramme positiv auf. Zusätzlich trieben die Aussicht auf die Stahlfusion und die jüngst eingeheimsten Milliardenaufträge für die Kriegsschiffsparte den Aktienkurs von Thyssenkrupp am Donnerstag nach oben. Bereits am Vortag hatte die Freigabe von Rüstungsprojekten durch den Bundestag für ein Plus von 2 % gesorgt. Am Donnerstag folgten Anschlusskäufe. Zwischenzeitlich erreichte der Aktienkurs mit einem Plus von fast 4 % bei 25,16 Euro den höchsten Stand seit zwei Jahren. Die Marktkapitalisierung liegt bei 14 Mrd. Euro – etwa doppelt so hoch wie 2012.—– Nebenstehender Kommentar- Bericht Seite 9