Tödliche Lebensretter
Tödliche Lebensretter
Auf der Neujahrsparty von Honda 1985 hatte sich Takata-Gründersohn Juichiro Takada noch dagegen gesträubt, außer Sitzgurten künftig auch Airbags für seinen wichtigsten Kunden herzustellen. “Lasst uns diese gefährliche Brücke nicht überqueren”, orakelte er. Ein einziger Fehler könne Takata ruinieren. Er sollte recht behalten. Als einziger Hersteller setzte Takata ab den neunziger Jahren für die Gasgeneratoren der Luftkissen auf ein Treibmittel mit Ammoniumnitrat, das bei Hitze und Feuchtigkeit instabil werden kann. Mindestens 16 Menschen starben durch Metallsplitter von explodierten Generatoren. Das tödliche Risiko wurde von Takata lange geleugnet, was die Rückrufzahl auf über 100 Millionen trieb. Damit war das Schicksal des Herstellers besiegelt. Aber die Takata-Kunden pokerten noch mehr als ein Jahr darum, wie sie gleichzeitig ihre Regressforderungen durchsetzen und ihre Lieferketten sicherstellen konnten. Vergeblich: Nun bleiben die Autobauer auf den Rückrufkosten sitzen und müssen Takata während der Insolvenz auch noch über Wasser halten. mf