Unilever verfehlt Erlöserwartungen

Management verweist auf schlechtes Wetter und Naturkatastrophen

Unilever verfehlt Erlöserwartungen

hip London – Unilever hat im dritten Quartal die Wachstumserwartungen der Analysten verfehlt. Wie der britisch-niederländische Konsumgüterhersteller mitteilt, schwächte sich das bereinigte Umsatzwachstum von 3,0 % im zweiten Quartal auf 2,6 % ab. Analysten hatten im Schnitt 1,3 Prozentpunkte mehr auf der Rechnung. In den Emerging Markets stieg der Erlös auf vergleichbarer Basis zwar um 6,3 %, dafür schrumpfte er in den Industrieländern um 2,3 %. In Nordamerika und Europa gingen die Eiscreme-Verkäufe (Magnum, Ben & Jerry’s) zurück.”Die Marktbedingungen auf unseren entwickelten Märkten bleiben schwierig, aber wir sehen Anzeichen der Besserung in einigen unserer wichtigsten Schwellenländermärkte, darunter Indien und China”, sagte Chief Executive Paul Polman. “Im Vergleich zum Vorjahr schlechteres Wetter in Europa und Naturkatastrophen in Amerika haben sich negativ auf das Wachstum im dritten Quartal ausgewirkt.” Im Gesamtjahr soll das bereinigte Umsatzwachstum zwischen 3 % und 5 % liegen, bekräftigte das Management. Die Kostensenkungsmaßnahmen im Zuge des im Herbst vergangenen Jahres angefahrenen Effizienzsteigerungsprogramms “Connected 4 Growth” zeigten schneller Wirkung als erwartet. Man befinde sich auf gutem Wege, das Sparziel von 6 Mrd. Euro und eine bereinigte operative Marge von 20 % bis 2020 zu erreichen. Seit Abwehr des 143 Mrd. Dollar schweren Übernahmeangebots von Kraft Heinz im Februar muss Polman demonstrieren, dass der Konzern auch im Alleingang ein attraktives Investment ist. “Für die Konsumgütergiganten wird das Leben schwieriger”, sagt Charlie Huggins, Fondsmanager bei Hargreaves Lansdown. “Der Wettbewerbsdruck durch kleinere und flinkere Akteure wächst. Die Verbraucher bevorzugen zunehmend Nischenprodukte und Alternativmarken.” Unilever habe darauf mit Kostensenkungen und Preiserhöhungen reagiert. Das wirke aber nur kurzfristig. “Um auf lange Sicht erfolgreich zu sein, muss Unilever das Geschäftsmodell anpassen, agiler werden und schneller auf sich verändernde Trends reagieren.” Huggins hält Unilever-Aktien in seinem Fonds.Der Hersteller von Dove und Marmite erwarb im dritten Quartal eine Reihe von Marken: Carver (Kosmetik aus Südkorea), Mae Terra (Bionahrungsmittel aus Brasilien), Pukka Herbs (Tee aus Großbritannien) und Weis (Eiscreme aus Australien). Gestern lief die erste Bieterrunde für die auf 6 Mrd. Pfund geschätzte Margarine-Sparte (Becel, Lätta und Rama) ab. Als mögliche Käufer werden Konsortien von Finanzinvestoren wie Bain Capital und Clayton Dubilier & Rice, CVC und Blackstone sowie KKR mit dem Staatsfonds GIC aus Singapur genannt.