USU Software dampft Prognose ein
USU Software dampft Prognose ein
hek Frankfurt – Das Software-Unternehmen USU hat die Gewinnprognose für 2017 gekürzt. Der neue Ausblick geht, bereinigt um Sondereffekte, nur noch von 6,0 bis 8,0 Mill. Euro Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus. Zuvor waren es 10,0 bis 11,5 Mill. Euro. Auch beim Umsatz zeigt sich das Management jetzt skeptischer. Statt 86 bis 91 Mill. Euro werden nun lediglich zwischen 83 und 86 Mill. Euro für das laufende Geschäftsjahr erwartet.USU Software macht für die Prognosekürzung eine “verzögerte Wachstumsphase in den wesentlichen Investitionsmärkten” verantwortlich. Das wirkt sich auch auf den mittelfristigen Ausblick aus: Das Ziel von 140 Mill. Euro Umsatz und mehr als 20 Mill. Euro bereinigtes Ebit wird um ein Jahr auf 2021 verschoben. Manche Investoren hatten offenbar eine Enttäuschung kommen sehen, denn seit etwa zwei Wochen befindet sich der Aktienkurs auf Talfahrt. Derzeit bewegt sich die Notierung um ein Viertel unter dem Hoch vom 7. November.Nach neun Monaten erreichte das um akquisitionsbedingte Sonderfaktoren bereinigte Ebit 2,4 Mill. Euro – ein Einbruch um 55 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich stehen nach vorläufigen Berechnungen 0,1 Mill. Euro Verlust, nachdem im Vorjahr 3,9 Mill. Euro Gewinn verbucht wurden. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schrumpfte von 6,3 Mill. Euro auf 2,7 Mill. Euro. Der schwache US-Dollar belastete mit 0,5 Mill. Euro.Die Investitionen in Auslandsmärkte wie die Easytrust-Übernahme, die Aufwendungen für Produktintegration und Marktentwicklung nach sich zieht, seien für die künftige Entwicklung der Gruppe von hoher Bedeutung, betonte der Vorstandsvorsitzende Bernhard Oberschmidt. Die Unternehmenshistorie zeige, dass sich solche Investitionsphasen in den Folgeperioden positiv auswirkten.Den Umsatz brachte USU in den neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 % auf 58,9 Mill. Euro voran. Das Unternehmen aus Möglingen in Baden-Württemberg berichtet von einem verstärkten Trend der Kunden zu SaaS-Lösungen (Cloud Computing). Das führe zu Umsatzverschiebungen, die auf Jahressicht Einbußen bei den Lizenzumsätzen von mehr als 1 Mill. Euro zur Folge haben könnten. Die Investitionen in die Auslandsmärkte hat USU nach eigenen Angaben auf hohem Niveau gehalten, doch vor allem in Frankreich nähmen Marktentwicklung und -penetration mehr Zeit in Anspruch als geplant. Für 2018 stellt der Vorstand durch die neue Tochtergesellschaft USU SAS (vormals Easytrust SAS) eine “steigende Dynamik” in Aussicht.Der Kaufpreis für die Anfang Mai übernommene Easytrust lag bei 4,75 Mill. Euro in bar. Der Spezialist für IT-Informationsmanagement und Oracle-Lizenzvermessung setzte 2016 mehr als 4,0 Mill. Euro um. Die Akquisition erfolgte mit Wirkung zum 1. Januar 2017. Mit dem Deal erweitert USU die Wertschöpfungstiefe im IT-Management und die Präsenz im wichtigen französischen Markt. Die endgültigen Neunmonatszahlen veröffentlicht USU am 23. November.