Valeant verkauft iNova für 930 Mill. Dollar

Private-Equity-Gruppe um Carlyle erhält Zuschlag

Valeant verkauft iNova für 930 Mill. Dollar

scd Frankfurt – Der hoch verschuldete Pharmakonzern Valeant Pharmaceuticals kommt im avisierten Abbau der Verbindlichkeiten einen guten Schritt voran. Am Donnerstag teilte das kanadische Unternehmen mit, dass die in 15 Ländern aktive Arzneimitteltochter iNova Pharmaceuticals International für 930 Mill. Dollar an eine Gesellschaft gehe, die von den Private-Equity-Firmen Carlyle Group und Pacific Equity Partners kontrolliert werde. “Der Verkauf von iNova ist Teil der laufenden Anstrengungen unseres Unternehmens, unser Geschäftsmodell zu vereinfachen und unsere Bilanz zu stärken”, erklärte Chairman und CEO Joseph Papa. Er hatte nach seinem Amtsantritt im April 2016 das Ziel ausgegeben, die Verschuldung bis zum ersten Quartal 2018 um gut 5 Mrd. Dollar zu reduzieren – primär über den Verkauf von Randgeschäften.Schon vor dem Verkauf von iNova hatte Papa mehrere Assets, die er nicht zum Kerngeschäft zählt, veräußern können. Drei Hautpflegemarken wurden an L’Oréal abgegeben. Die Tochter Dendreon Pharmaceuticals ging an die chinesische Sanpower. Insgesamt spülten die Verkäufe Valeant 2,1 Mrd. Dollar in die Kasse, so dass mit dem nun vereinbarten Verkauf bereits mehr als 3 Mrd. Dollar eingenommen würden. Zudem befindet sich Valeant in Gesprächen mit Carl Zeiss Meditec, die an deren Augenchirurgiesparte Interesse zeigt. Der Wert der Augenchirurgie wird von Branchenkennern auf rund 2 Mrd. Dollar geschätzt, so dass die 5 Mrd. Dollar inklusive der Veräußerungen des Vorjahres um mehrere hundert Mill. Dollar übertroffen werden dürften.Die langfristige Verschuldung Valeants bleibt dennoch hoch. Ende März lag sie noch bei 28,2 Mrd. Dollar. Das entspricht mehr als dem dreifachen erwarteten Umsatz im laufenden Turnus und mehr als dem 50-fachen Cash-flow des vergangenen Jahres. Unter Papas Vorgänger Michael Pearson hatte Valeant über Jahre aggressiv zugekauft und die einverleibten Medikamente dann zu drastisch angehobenen Preisen teils über selbst gegründete Pharmazieeinrichtungen in den Markt gedrückt. Trotz des Verkaufs der international ausgerichteten iNova will Valeant nach eigenen Angaben Länder wie Australien oder Südafrika weiter bedienen – über die Augenheiltochter Bausch & Lomb.