Vapiano steht mit dem Rücken zur Wand

Antrag auf Staatshilfe - Rückzug der Tchibo-Familie

Vapiano steht mit dem Rücken zur Wand

ab Düsseldorf – Die ohnehin angeschlagene Restaurantkette Vapiano wird ohne Staatshilfe nicht über die Runden kommen. Die Coronakrise beschere Vapiano in allen Kernmärkten erhebliche Umsatzrückgänge. Das verschärfe die ohnehin schwierige Liquiditätslage, teilte die Pizza- und Pastakette mit. Daher beabsichtige Vapiano, die von verschiedenen Regierungen in Europa angekündigten Finanzhilfen im Rahmen der Covid-19-Krise zu beantragen; in Deutschland beispielsweise über die KfW. Darüber hinaus werde Vapiano Kurzarbeit und die Stundung von Steuerzahlungen beantragen.Den zusätzlichen Liquiditätsbedarf im Gefolge der Coronakrise beziffern die Kölner auf mindestens 13,6 Mill. Euro. In dieser Summe nicht enthalten seien die Auswirkungen der Schließungen von Restaurants in Frankreich sowie weitere Schließungen, die seit dem 15. März verfügt wurden.Der zusätzliche Mittelbedarf komme on top zu dem bereits identifizierten Liquiditätserfordernis von 10,7 Mill. Euro, das sich schon vor der Viruskrise abgezeichnet hatte. Zur Deckung dieser Liquiditätslücke habe sich Vapiano mit den wesentliche Aktionären und den kreditgebenden Banken auf Kernpunkte einer neuen und umfassenden Finanzierungslösung verständigt. Wie es heißt, ist der Abschluss der Refinanzierung allerdings abhängig von der Gewährung der Staatshilfen im Zusammenhang mit der Viruskrise.Gemäß den ausgehandelten Kernpunkten soll Vapiano zusätzliche Liquidität von den Großaktionären Vap Leipzig (17,75 %) und der Exchange Bio (16,8 %) sowie den finanzierenden Banken erhalten, wobei die Banken zugleich einem Reset der in den Kreditvereinbarungen enthaltenen Covenants zustimmen sollen. Die größte Aktionärin Mayfair Beteiligungsfonds (47,4 %), hinter der die Tchibo-Familie Herz steht, wird dagegen ausscheren. Vorbehaltlich der Freistellung der BaFin von einem Pflichtangebot wolle Mayfair die Anteile an einen erfahrenen Restrukturierungsexperten und Treuhänder übertragen, heißt es. Dieser solle die Anteile zunächst halten und die weitere Transformation der Restaurantkette unterstützen.Nach erfolgreicher Sanierung könnten die Anteile gegebenenfalls an Mayfair rückübertragen oder verkauft werden, heißt es. Die von Mayfair entsandten Aufsichtsratsmitglieder sollen kurzfristig von ihren Positionen zurücktreten.