Veolia will Suez kaufen

Zunächst Übernahme des 30-prozentigen Engie-Anteils geplant - Suez spricht von unerwünschter Offerte

Veolia will Suez kaufen

Der Umweltdienstleister Veolia Environnement bietet für die Beteiligung von Engie an Suez 2,9 Mrd. Euro. Bei Erfolg soll eine Offerte für die ausstehenden Anteile folgen. Veolia und Suez haben wohl bereits 2012 über ein Zusammengehen gesprochen. Zusammen kämen sie auf einen Umsatz von 45 Mrd. Euro.wü Paris – In Frankreichs Umweltdienstleistungsbranche kommt Bewegung. Veolia Environnement will von dem Versorger Engie eine Beteiligung von 29,9 % an Suez übernehmen und dafür rund 2,9 Mrd. Euro zahlen. Der von Antoine Frérot geleitete Konzern bietet 15,50 Euro je Aktie für seinen Wettbewerber, was den Angaben zufolge einem Aufschlag von 50 % auf den Schlusskurs vom 30. Juli entspricht – dem letzten Tag bevor Engie eine strategische Überprüfung ihrer Aktivitäten einschließlich der Beteiligung an Suez ankündigte. Sollte die Offerte erfolgreich sein, will Veolia in einem zweiten Schritt ein öffentliches Übernahmeangebot für die restlichen Anteile von Suez machen. Der Preis dafür werde das nun für die Engie-Beteiligung gemachte Angebot berücksichtigen, erklärte Veolia.Damit könnte die gesamte Transaktion ein Volumen von rund 10 Mrd. Euro haben. Inklusive der Schulden von zuletzt 10,75 Mrd. Euro könnte Suez dadurch mit 20 Mrd. Euro bewertet werden. Ziel ist laut Veolia, einen weltweit führenden Champion für Umweltdienstleistungen zu schaffen. Der auch in Deutschland aktive Konzern hatte Presseberichten zufolge bereits 2012 mit Suez über eine Fusion gesprochen, doch angesichts von erwarteten Bedenken der Wettbewerbshüter und Bewertungsschwierigkeiten hatten die beiden Konkurrenten das Vorhaben dann fallen lassen und entsprechende Pläne dementiert.Der noch immer nach einer Nachfolgerin für die zu Beginn des Jahres geschasste Konzernchefin Isabelle Kocher suchende Versorger Engie erklärte, das Angebot prüfen zu wollen. Allerdings hat dabei auch der französische Staat ein Wörtchen mitzureden, da er mit 23,6 % an Engie beteiligt ist. Wirtschaftsminister Bruno Le Maire kündigte Montag an, vor allem in Hinblick auf die Zusagen Veolias zur Erhaltung von Arbeitsplätzen und strategischen Aktivitäten Veolias in Frankreich wachsam zu sein. Der Staat werde seine Haltung zu der Offerte davon abhängig machen, was das Beste für Engie sei.Suez wiederum erklärte, das unerwünschte Angebot sei im Hinblick auf das Wassergeschäft in Frankreich und die Beschäftigung beunruhigend. Der Verwaltungsrat habe ein Komitee gegründet, um die Offerte zu prüfen. Der aus der 1858 für den Bau des Suezkanals gegründeten Gesellschaft Compagnie de Suez hervorgegangene Umweltdienstleister war 2008 im Rahmen der Fusion von Suez mit Gaz de France (GDF) an die Börse gebracht. Letztes Jahr verbuchte er einen Umsatz von 18,02 Mrd. Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 1,41 Mrd. Euro, während Veolia auf einen Umsatz von 27,19 Mrd. Euro und ein laufendes Ebit von 1,73 Mrd. Euro kam.In einem globalen Markt sei Größe entscheidend, um die Ausstattung zu finanzieren, die für die ökologische Wende von Städten und Industrien notwendig sei, sagte Veolia-Chef Frérot während einer Telefonkonferenz. Auch wenn die Übernahme von Suez nicht den in den letzten Jahren von ihm favorisierten kleinen und mittleren Akquisitionen entspricht, ist der mit zuletzt 11,85 Mrd. Euro verschuldete Umweltdienstleister zuversichtlich, sie mühelos stemmen zu können – notfalls mit Hilfe einer Kapitalerhöhung. Veolia rechnet mit operativen Synergien von rund 500 Mill. Euro ab dem ersten Jahr.Die Aktie von Suez legte Montag in Paris um 18,5 % auf 14,51 Euro zu, die von Engie 4,7 % auf 11,66 Euro und die von Veolia 5,7 % auf 20,20 Euro.