Verbraucherschützer machen Druck auf VW
Verbraucherschützer machen Druck auf VW
ahe Brüssel – Die europäischen Verbraucherschutzbehörden haben Volkswagen aufgefordert, ihre 2016 versprochenen Umrüstungen aller vom Dieselskandal betroffenen Fahrzeuge rasch abzuschließen. Unter der Führung der niederländischen Verbraucher- und Marktbehörde ACM riefen sie in einem koordinierten Vorgehen den Wolfsburger Konzern dazu auf, die Zusagen innerhalb eines Monats noch einmal zu bestätigen.Der Konzern hatte sich 2016 nach Gesprächen mit EU-Justiz- und Verbraucherschutzkommissarin Vera Jourova dazu verpflichtet, alle betroffenen Fahrzeuge bis Herbst 2017 zu reparieren. Nach Angaben der EU-Kommission erhalten die Verbraucherschutzorganisationen in der gesamten EU aber nach wie vor Hinweise darauf, dass dies in vielen Fällen noch nicht geschehen sei.Volkswagen betonte dagegen, bei den Nachrüstungen per Software-Update auf einem “sehr guten Weg” zu sein: In Deutschland dürften bis zum Monatsende rund 80 % der betroffenen Autos nachgerüstet sein. Europaweit seien es zwischen 65 und 70 %, erklärte der Konzern.Ein VW-Sprecher ergänzte, das Unternehmen tue sein Möglichstes, die Kunden zu informieren. Dies betreffe auch Märkte, wo es keine behördlich vorgeschriebenen Rückrufe gebe. Die Verbraucherverbände könnten sicher sein, dass VW auch in den nächsten Monaten mit Nachdruck dafür sorgen werde, dass die Zusagen aus dem Aktionsplan eingehalten würden. EU sichert Unterstützung zuJourova erklärte zu dem gemeinsamen Schreiben mit den Verbraucherschutzbehörden an Volkswagen, es gehe um mehr als 8 Millionen Fahrzeuge, die der Konzern vollständig mit den Typgenehmigungsvorschriften in Einklang bringen müsse. VW solle zugleich gewährleisten, dass das Unternehmen alle etwaigen nach der Reparatur auftretenden Probleme beheben werde.Die EU-Kommission stehe den Behörden zur Seite und werde “keine halbherzigen Maßnahmen akzeptieren”, betonte Jourova, die zugleich das gemeinsame Handeln der Verbraucherschutzbehörden begrüßte.Zu deren Forderungen gehören im Einzelnen genaue Informationen rund um die Reparaturen, die Unterstützung der Vertragshändler und Werkstätten bei der Reparatur und eine eventuelle Verlängerung des Zeitraums für die kostenlose Aufspielung der Software-Updates über den Herbst 2017 hinaus.Sollte VW der Aufforderung zu einer Bekräftigung der Versprechen nicht wie gewünscht nachkommen oder keine Einigung erzielt werden können, kann nach Angaben der Europäischen Kommission jeder einzelne EU-Mitgliedstaat für sich über das weitere Vorgehen entscheiden, das auch die lokalen Gegebenheiten berücksichtige.