VW erwägt Verkauf des Getriebespezialisten Renk
VW erwägt Verkauf des Getriebespezialisten Renk
ste Hamburg – Spekulationen über einen möglichen Verkauf des zum Volkswagen-Konzern gehörenden Getriebeherstellers Renk haben den Aktienkurs des Augsburger Unternehmens zum Wochenauftakt beflügelt. Das Papier, dessen Wert im bisherigen Jahresverlauf um 2,6 % nachgab, legte an der Frankfurter Börse um 6,6 % auf 105,00 Euro zu. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Insider berichtet, Volkswagen habe die US-Bank Citi beauftragt, Optionen für Renk zu prüfen.Das 1873 gegründete Unternehmen, das 1923 zum MAN-Vorgängerunternehmen GHH kam, 2016 bei einem Umsatz von 496 (i.V. 487) Mill. Euro einen Vorsteuergewinn von 65 (64) Mill. Euro verbuchte und gut 2 200 Mitarbeiter beschäftigte, gehört zu 76 % der Münchener Lastwagentochter MAN. 21,1 % der Renk-Anteile befinden sich in Händen freier Aktionäre, zudem hält Renk selbst knapp 2,9 % der Anteile. Ein Bieterverfahren könnte im Herbst beginnen, und Renk könnte dabei mit 600 Mill. bis 800 Mill. Euro bewertet werden, hieß es. Weder VW und MAN noch Citi äußerten sich zu den Spekulationen.Bieter könnten das Geschäft mit dem Acht- bis Neunfachen des erwarteten operativen Gewinns bewerten und damit mit einem leichten Abschlag zu Konkurrenten wie die US-Unternehmen Timken und Rexnord sowie Allison Transmission. Ein Käufer werde den Minderheitsaktionären eine kleine Prämie bieten müssen, so eine nicht genannte Quelle laut Reuters. Daher werde Volkswagen wohl etwas weniger als das Zehnfache des erwarteten Gewinns für seinen Anteil bekommen.Es sei zu erwarten, dass Renk vor allem Interesse von Private-Equity-Firmen wie KKR, CVC, Cinven, Carlyle und Advent anziehen werde. Allerdings dürften sich auch Konkurrenten das Unternehmen näher ansehen. Dabei gehen Beobachter aber aufgrund der Bedeutung der Renk-Technologie für die Rüstungsindustrie davon aus, dass Interessenten aus Nicht-Nato-Staaten kaum Chancen haben dürften, zum Zuge zu kommen.Für 2016 erhielten die Aktionäre von Renk eine im Vorjahresvergleich unveränderte Dividende von 2,20 Euro je Aktie. Gemessen am Schlusskurs der Renk-Aktie zum 31. Dezember 2016 von 101,15 Euro lag die Dividendenrendite bei 2,2 (2,1) %. Für das laufende Jahr hat Renk einen leicht sinkenden Auftragseingang sowie einen Konzernumsatz auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt. Beim operativen Ergebnis rechnet das Unternehmen wegen weiterhin ungünstiger Entwicklungen auf wichtigen Absatzmärkten mit einem spürbaren Rückgang.Volkswagen bemüht sich derzeit in verschiedenen Konzernbereichen, darunter der Nutzfahrzeugsparte, verstärkt um eine Steigerung der Profitabilität. Über den möglichen Verkauf von Beteiligungen wird seit längerem spekuliert.