VW nimmt für E-Mobilität 20 Mrd. Euro in die Hand
VW nimmt für E-Mobilität 20 Mrd. Euro in die Hand
igo/ste Frankfurt/Hamburg – Volkswagen und Daimler haben vor dem Start der Automesse IAA in Frankfurt ihre Pläne für die Elektromobilität präzisiert. Zuletzt hatte bereits BMW konkreter erläutert, wie ihre gesamte Modellpalette in den nächsten Jahren elektrifiziert werden soll (vgl. BZ vom 8. September).VW-Vorstandschef Matthias Müller stellte die “Roadmap E” vor. Diese sieht vor, dass die Marken des Konzerns bis 2025 insgesamt 80 neue elektrifizierte Modelle auf den Markt bringen, davon rund 50 reine E-Fahrzeuge. “Wir schärfen unsere Produktplanung und legen deutlich nach.” Bis 2030 soll jedes der weltweit 300 Modelle des Konzerns mit mindestens einer elektrischen Variante aufwarten. “Das ist eine Selbstverpflichtung, an der wir uns ab heute messen lassen”, sagte Müller.Diese Selbstverpflichtung bis 2030 untermauert VW mit Investitionen von über 20 Mrd. Euro. Um den Bedarf für die Ausstattung der E-Flotte mit Lithium-Ionen-Batterien bis 2025 zu decken, strebt Volkswagen Partnerschaften für China, Europa und Nordamerika an. Das Auftragsvolumen: mehr als 50 Mrd. Euro.Daimler will, wie es beim Kapitalmarkttag der Kernmarke Mercedes-Benz hieß, bis 2022 zehn reine Elektroautos auf den Markt bringen. Das erste soll 2019 vom Band rollen. Sie sollen bis 2025 einen Absatzanteil von bis zu 25 % erreichen. Insgesamt plane der Konzern über 50 Modelle, die mit Strom betrieben werden, darunter auch Kombinationen wie Plug-in-Hybride. “Bis 2022 werden wir das gesamte Produktportfolio von Mercedes-Benz elektrifizieren”, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche.Mittelfristig wird das den Konzern die in den vergangenen Quartalen erreichte operative Rendite von 10 % bei der Marke Mercedes-Benz kosten. Spartenfinanzchef Frank Lindenberg zufolge wird die Marge bei Elektroautos zunächst etwa halb so hoch ausfallen wie bei Autos mit Verbrennermotor. Zudem will der Konzern die Ausgaben für Forschung und Entwicklung steigern. Gegensteuern will der Konzern mit einem Effizienzprogramm, über das bis 2025 rund 4 Mrd. Euro eingespart werden sollen. Lindenberg zufolge kann die Marge dadurch mittelfristig bei 8 % bis 10 % stabilisiert werden. An der Börse sank der Daimler-Kurs zeitweise um mehr als 1 %.—– Schwerpunkt Seiten 10 und 11