Warren Buffett wettet auf Japan
Warren Buffett wettet auf Japan
Warren Buffetts Holding Berkshire Hathaway, die vornehmlich in den Vereinigten Staaten investiert, ist für insgesamt rund 5 Mrd. Dollar bei mehreren japanischen Handelshäusern eingestiegen. Die Nachricht sorgte am Montag für steigende Kurse an der Börse Tokio. mf Tokio – Die Investmentlegende Warren Buffett ist überraschend bei Japans großen Handelshäusern eingestiegen. Die Börse in Tokio reagierte elektrisiert, als seine Holding Berkshire Hathaway die Investition verkündete. Bis zu 14 % sprangen die Aktien von Mitsubishi Corp., Mitsui & Co., Sumitomo, Itochu und Marubeni nach oben.Der 90-jährige US-Milliardär hat während der vergangenen zwölf Monate über eine seiner Versicherungsgesellschaften jeweils 5 % der Anteile dieser Gruppen erworben. Am Freitag waren seine Investitionen insgesamt 670 Mrd. Yen (5,3 Mrd. Euro) wert. “Ich freue mich sehr, dass Berkshire Hathaway ein Teil von Japans Zukunft wird”, teilte Buffett mit. Abhängig vom Preis sei ein Ausbau auf bis zu 9,9 % möglich.Die Konglomerate sind stark im Energie- und Rohstoffhandel sowie in zahlreichen anderen Branchen aktiv, etwa dem Stahlgeschäft oder der Schifffahrt. Ihre komplexe Struktur hat viele Investoren abgeschreckt. Umso größer war die Überraschung über den Einstieg Buffetts. “Sie haben viele Joint Ventures in der ganzen Welt und werden wahrscheinlich noch mehr haben”, teilte er mit. “Ich hoffe, dass es in der Zukunft Chancen zum gegenseitigen Nutzen gibt.”Die Investitionen entsprechen ganz seinem Anlagestil. Erstens kauft der legendäre Investor nur unterbewertete Unternehmen. Tatsächlich sind die Handelshäuser, mit der Ausnahme von Itochu, an der Börse preiswerter als die Summe ihrer Vermögenswerte. Zweitens generieren sie einen hohen freien Cash-flow und unterscheiden sich damit von vielen jungen Technologieunternehmen. Drittens sind Japans Handelshäuser wahre Champions der “Old Economy”. Sie produzieren Stahl, transportieren Fracht, betreiben Supermarktketten, handeln mit Rohstoffen, erzeugen Strom aus Windkraft. Solche traditionellen Geschäfte liebt Buffett. Gegen den TrendDer Milliardär agiert auch gerne entgegen der Mehrheitsmeinung am Finanzmarkt. Japan steht gerade bei keinem globalen Investor auf der Tagesordnung. In den vergangenen 32 Monaten zogen ausländische Anleger 132 Mrd. Dollar aus Japan ab. Allein in diesem Jahr schrumpften ihre Bestände um netto 43 Mrd. Dollar.Acht Monate nach der Tsunami- und Fukushima-Katastrophe im März 2011 weckte Buffett mit seinem ersten Japan-Besuch große Erwartungen. Aber erst vor einem Jahr sammelte der Milliardär über die Ausgabe von Yen-Anleihen mit Laufzeiten zwischen 2023 und 2060 625,5 Mrd. Yen (5 Mrd. Euro) ein und finanzierte damit offenbar seine Zukäufe. Daher sei man dem Dollar-Yen-Kurs nur gering ausgesetzt, betonte seine Holding nun.