Wolford sucht neuen Kernaktionär

Liquidität wird knapp - Bankengespräche laufen

Wolford sucht neuen Kernaktionär

wb Frankfurt – Der angeschlagene österreichische Wäsche- und Strumpfhersteller Wolford sucht kapitalkräftige neue Gesellschafter. Bei den Investoren steht der eingeleitete Prozess nicht gerade hoch im Kurs: Die Aktie brach zu Wochenbeginn in Wien um 6,5 % ein. Damit ist die Marktkapitalisierung auf 89 Mill. Euro gesunken.Die Hauptaktionärsgruppe – Die Privatstiftungen WMP mit über 25 % und Sesam (mehr als 15 %) – setzen in dem Interessentenauswahlverfahren auf Deloitte Financial Advisory, wird mitgeteilt. Die AG schließe sich diesem Prozess an. Mit dem Erwerb des Aktienpakets durch einen künftigen Kernaktionär solle eine Eigenkapitalaufnahme verbunden werden, um die Liquidität zu stärken. Wolford verhandele mit Banken, um bis dahin die Mittel zur Bedienung des Liquiditätsbedarfs sicherzustellen.Wolford war 1995 als “Lady Aktie” an die Wiener Börse gegangen. Von 1996 bis 2002 gehörte Wolford dem Index ATX an. Von Kursen bis zu 120 Euro ist der Wert mit nun knapp 18 Euro weit entfernt.Das Unternehmen aus Bregenz hat nach Verlusten und Abschreibungen Liquiditätsprobleme. Basierend auf der Entwicklung der ersten neun Monate des laufenden Turnus, der Prognose für 2016/17 und der überarbeiteten Mittelfristplanung erwartet das Management zusätzlich zum operativen Verlust von 8 Mill. bis 10 Mill. Euro Vorsorgen für Wertberichtigungen und Restrukturierungsmaßnahmen in einem Rahmen von bis zu 9 Mill. Euro, hieß es im April.In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres (Januar 2017) schrieb Wolford vor Steuern und Zinsen mit 4,2 Mill. Euro Verlust rote Zahlen. Der Umsatz sank um 7,5 % auf 119 Mill. Euro. Verantwortlich seien ein schwaches Marktumfeld und eigene Fehler, wurde eingeräumt. Das Eigenkapital betrug zum Stichtag 61,6 Mill. Euro (Ende Januar 2016: 75,2 Mill. Euro), die Eigenkapitalquote schrumpfte von 52 auf 40 %. Die Nettoschulden stiegen von 17,4 Mill. auf 32,5 Mill. Euro.