WERTBERICHTIGT

Zwischen Theorie und Praxis

Börsen-Zeitung, 6.2.2018 Wäre es nach den Ursprungsplänen von Bayer gegangen, steckte der Leverkusener Konzern schon seit einem Monat mitten in der Integration der Agrochemiegeschäfte von Monsanto. Diesem Ansinnen aber haben einige Kartellbehörden...

Zwischen Theorie und Praxis

Wäre es nach den Ursprungsplänen von Bayer gegangen, steckte der Leverkusener Konzern schon seit einem Monat mitten in der Integration der Agrochemiegeschäfte von Monsanto. Diesem Ansinnen aber haben einige Kartellbehörden rund um den Globus einen Riegel vorgeschoben. Dass der Zeitplan nicht zu halten ist, mag ärgerlich sein. Deutlich schwerer fällt ins Gewicht, dass sich Bayer hinsichtlich der Zugeständnisse, die für das kartellrechtliche Okay zu machen sind, total verschätzt hat. Abgabebereitschaft bestand anfangs bis zu einem Umsatzvolumen von 1,6 Mrd. Dollar und ist mit dem Asset-Paket, das an BASF verkauft wird, ausgeschöpft. Für den Fall, dass die Kartellbehörden mehr verlangen, hatte sich Bayer bei der Vertragsunterzeichnung im Herbst 2016 das Recht einräumen lassen, den Deal abzublasen. Nun aber ist Bayer zu weiteren Zugeständnissen bereit, auch wenn unklar blieb, was “die umfangreichen Zusagen”, die in Brüssel unterbreitet wurden, beinhalten. Die größte Übernahme der Firmengeschichte noch abzusagen, ist lediglich graue Theorie.ab