Immobilienkonzern

Vonovia strebt deutlich zweistelliges Wachstum an

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia will auch im laufenden Jahr deutlich zulegen. Dazu soll neben höheren Mieteinnahmen vor allem die Übernahme des Branchenrivalen Deutsche Wohnen beitragen.

Vonovia strebt deutlich zweistelliges Wachstum an

Der Immobilien-Riese Vonovia sieht sich nach einem Rekordjahr und der Übernahme des kleineren Rivalen Deutsche Wohnen auf Wachstumskurs. „2021 haben wir unsere Ziele erreicht und teilweise sogar übertroffen“, sagte Vonovia-Chef Rolf Buch am Freitag: „Auch unsere Guidance 2022 zeigt signifikantes Wachstum.“ Vonovia erwarte im laufenden Jahr „für Umsatz, Ebitda und Group FFO ein Wachstum von mehr als 20%“. Der Gewinn aus dem operativen Geschäft (Group Funds from Operations/Group FFO) – die bei Immobilienfirmen zentrale Kennziffer – solle in einer Bandbreite von rund 2,0 bis 2,1 Mrd. Euro liegen. Auch mittelfristig soll er weiter steigen, hieß es in einer Analysten-Präsentation.

Buch zeigte sich zugleich erschüttert über den Krieg in der Ukraine. Die in der Folge des Kriegs steigenden Energiepreise belasteten die Mieter: „Die horrenden Energiepreise vergrößern das soziale Ungleichgewicht in Deutschland.“ Die Folgen der hohen Energiepreise würden sich im kommenden Jahr in den Abrechnungen für 2022 zeigen. Vonovia sei aber bereit, Lösungen mit einzelnen Mietern zu finden, die die erhöhten Kosten nicht stemmen könnten. Die Entwicklung der Energiepreise unterstrichen zudem die Notwendigkeit einer energetischen Sanierung und des Ausbaus Erneuerbarer Energien.

2021 konnte Vonovia auch dank gestiegener Mieten seine Kennzahlen steigern. Im vergangenen Jahr legte der Group FFO deutlich von 1,3 auf 1,67 Mrd. Euro zu. Die Aktionäre sollen eine leicht erhöhte Dividende von 1,66 Euro je Aktie erhalten. Vonovia hatte die Deutsche Wohnen im vergangenen Jahr geschluckt. Ende 2021 zählten inklusive des Zukaufs mehr als 565.000 Mietwohnungen zum Portfolio der Bochumer. Die in Deutschland mehr als 505.000 Wohnungen führen dort zu einem Marktanteil von 2,1%. Vonovia hatte für Deutsche-Wohnen-Aktien rund 17 Mrd. Euro ausgegeben – rund acht Mrd. Euro davon wurden durch eine Kapitalerhöhung refinanziert. Zudem verkauft Vonovia im Zuge der Übernahme auch Wohnungen, etwa in Berlin. Der Verschuldungsgrad (LTV) von Vonovia liege unter Berücksichtigung des Verkaufs des Berliner Portfolios bei rund 44% und damit weiter im Zielkorridor von 40 bis 45%, erklärten die Bochumer.

Vonovia-Chef Buch geht nun die weitere Integration des Zukaufs an. Er hat dabei Erfahrung – ist Vonovia doch durch Übernahmen groß geworden. Mit der Deutschen Wohnen will Buch nun auch die Kosten drücken. Bis 2024 sollen jährliche Synergien in einer Höhe von 105 Millionen Euro gehoben werden, bekräftigte er.

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