Achtungserfolg für Michael Jaffé
35 Stunden vor der geplanten ersten Gläubigerversammlung im Pleitefall Wirecard hat der Insolvenzverwalter Michael Jaffé einen Achtungserfolg erzielt. Mit dem Verkauf der Kernaktivitäten des Zahlungsabwicklers an die spanische Großbank Banco Santander erlöste der findige Anwalt immerhin mehr als 100 Mill. Euro für die Gläubiger des einstigen Dax-Unternehmens. Das entspricht geschätzten 20 % der Erlöse aus den bisherigen Veräußerungen von Teilbereichen des Konzerns, der im Frühsommer nach einem aufgedeckten Milliardenloch in der Bilanz kollabierte. Wenn alles gut läuft, kann Jaffé auch aus dem Verkauf weiterer Auslandstöchter von Wirecard einiges herausholen. Insgesamt dürften diese Erträge aber nur einem Bruchteil dessen entsprechen, was die einstige Führung des Unternehmens an Schaden angerichtet hat. Die Gläubigerbanken bleiben auf einem Großteil ihrer Forderungen sitzen, die geschädigten Aktionäre – institutionelle wie kleine private – haben das Nachsehen. Schadenersatzverfahren und ein Strafprozess dürften in der Causa noch für viele Schlagzeilen sorgen.sck