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Amundi profitiert von Einmaleffekten

Der Börsenboom hat die Ergebnisse von Amundi im zweiten Quartal beflügelt. Europas größter Assetmanager profitierte von er­folgsabhängigen Provisionen in Re­kordhöhe sowie Steuereffekten in Italien. Er verbuchte deshalb ein Nettoergebnis von 448...

Amundi profitiert von Einmaleffekten

wü Paris

Der Börsenboom hat die Ergebnisse von Amundi im zweiten Quartal beflügelt. Europas größter Assetmanager profitierte von er­folgsabhängigen Provisionen in Re­kordhöhe sowie Steuereffekten in Italien. Er verbuchte deshalb ein Nettoergebnis von 448 Mill. Euro, doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Es sei das höchste Nettoergebnis, seit die Crédit-Agricole-Tochter 2015 an die Börse gegangen sei, erklärte die neue Amundi-Chefin Valérie Baudson.

Dazu habe neben den angesichts der günstigen Marktbedingungen mit 155 Mill. Euro außergewöhnlich hohen erfolgsabhängigen Provisionen auch der starke Anstieg der Einnahmen und die gute Kostenkontrolle beigetragen. Zum Vergleich: Die erfolgsabhängigen Provisionen be­trugen in den Quartalen 2017 bis 2020 im Schnitt lediglich 42 Mill. Euro. In den nächsten Quartalen dürften sie sich jetzt aber wieder normalisieren, meint Finanzchef Nicolas Calcoen. Die europäischen Regulatoren haben im Rahmen einer im Juli in Kraft getretenen Reform die Regeln verändert.

Der Assetmanager, der Ende Juni Vermögen von 1,79 Bill. Euro verwaltete, bezifferte die Auswirkung dieser Provisionen auf das Nettoergebnis des zweiten Quartals jetzt mit rund 70 Mill. Euro.

Dazu kam nach Angaben von Finanzchef Calcoen ein einmaliger Steuergewinn von 144 Mill. Euro im Zusammenhang mit einem im italienischen Finanzgesetz für 2021 vorgesehenen Mechanismus. Amundi konnte deshalb von latenten Steuern auf den durch die Übernahme von Pioneer 2017 entstandenen Goodwill profitieren.

Besser als erwartet

Doch selbst ohne diesen Steuergewinn befindet sich das Nettoergebnis auf Rekordhöhe. Zu verdanken hat Amundi es auch einem Anstieg der bereinigten Netto-Erträge um 36% auf 849 Mill. Euro. Sie fielen viel besser als von Analysten erwartet aus. Gleichzeitig konnte Amundi nach einem schwierigen Auftaktquartal wieder 7,2 Mrd. Euro an Kundengeldern einsammeln. Während sich die Nettomittelzuflüsse bei mittel- und langfristigen Vermögenswerten auf 21,7 Mrd. Euro beliefen, kam es bei Treasury-Produkten zu saisonalen Abflüssen von 17 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr weist Amundi nun einen Nettomittelabfluss von 5,5 Mrd. Euro aus, während die Wettbewerber DWS und Schroders Kundengelder einsammeln konnten.

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