Alterssicherung

Anbieter unterstützen Anlauf zur Reform privater Vorsorge

Die Bundesregierung will mit einer breit besetzten Fokusgruppe die Reform der privaten Altersvorsorge prüfen. Die Anbieter von Vorsorgeprodukten wollen das Vorhaben flankieren.

Anbieter unterstützen Anlauf zur Reform privater Vorsorge

wf Berlin

Die deutschen Versicherer und Fondsanbieter unterstützen das Vorhaben der Bundesregierung, einen neuen Anlauf zur Reform der privaten Altersvorsorge zu nehmen. Bereits in dieser Woche will die Bundesregierung per Kabinettsbeschluss eine „Fokusgruppe“ aus Staatssekretären, Wissenschaftlern, Anbietern, Verbraucherschützern und Gewerkschaften einsetzen, um die Verein­barung zur privaten Altersvorsorge im Koalitionsvertrag umzusetzen. Der deutsche Fondsverband BVI begrüßt, dass die Ampel-Regierung eine Reform prüft. „Es ist dringend erforderlich, die private Altersvorsorge weiterzuentwickeln“, sagt BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter der Börsen-Zeitung. Der Hauptgeschäftsführer des Versicherungsverbands GDV, Jörg Asmussen, äußerte sich ähnlich. „Es ist gut, dass es jetzt losgeht mit dem Dialog zur privaten Altersvorsorge“, sagte Asmussen der Börsen-Zeitung. „Das heutige System ist rund 20 Jahre alt, ohne grundlegende Änderung bisher. Eine zeitgemäße Weiterentwicklung ist schon lange überfällig.“ Private Kapitaldeckung sei ein wesentlicher Baustein im System der Altersvorsorge, konstatierte Asmussen.

Das Dreierbündnis aus SPD, Grünen und FDP hatte im Koalitionsvertrag angekündigt, das „bisherige System der Altersvorsorge grundlegend zu reformieren“. Ge­prüft werden soll „das Angebot eines öffentlich verantworteten Fonds mit einem effektiven und kostengünstigen Angebot“. Dies soll durch ein Opt-out auch abwählbar sein. „Daneben werden wir die gesetzliche Anerkennung privater Anlageprodukte mit höheren Renditen als Riester prüfen“, heißt es im Koalitionsvertrag. Für eine reformierte Förderung hat die Ampel besonders untere Einkommensgruppen im Visier.

BVI gegen öffentlichen Fonds

Die Fokusgruppe soll diese beiden Punkte prüfen und bis Sommer 2023 einen Abschlussbericht – Empfehlungen sind erwünscht – vorlegen. „Fondssparpläne sind dafür ein geeignetes Instrument“, sagt Richter mit Blick auf die mögliche gesetzliche Anerkennung privater Anlageprodukte, die renditestärker als die Riester-Rente sind. Ein öffentlich verantworteter Fonds, wie ihn zum Beispiel die Grünen mit dem „Bürgerfonds“ oder der Verbraucherschutzverband VZBV mit der „Extrarente“ anstreben, lehnt der BVI strikt ab. „Die Prüfung der umstrittenen Idee ist dringend geboten, um sicherzustellen, dass kein wettbewerbsverzerrender Eingriff in den privaten Altersvorsorgemarkt stattfindet“, be­tonte Richter. Asmussen hält die geförderte private Altersvorsorge für reformfähig. Sie habe auch eine zügige Reform verdient. Die Versicherer wollen Lösungen mitgestalten und bieten dazu ihre Expertise und ihre praktische Erfahrung in der privaten und betrieblichen Vorsorge an.

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