US-Privatkundenmarkt

BNP Paribas verkauft Bank of the West

Die französische Großbank BNP Paribas verkauft ihre kalifornische Tochter Bank of the West an die Bank of Montreal. Der Kaufpreis liegt bei über 16 Mrd. Dollar.

BNP Paribas verkauft Bank of the West

kb Frankfurt

Die französische Großbank BNP Paribas zieht sich aus dem US-amerikanischen Privatkundenmarkt zurück. Wie die Bank am Montag mitteilte, verkauft sie ihre kalifornische Tochter Bank of the West an die Bank of Montreal (BMO) aus Kanada. Den Kaufpreis gab BNP Paribas mit 16,3 Mrd. Dollar in bar an. Mit dem Abschluss der Transaktion wird 2022 gerechnet, wenn die relevanten Behörden zugestimmt haben. Die Transaktion wird einen Nettokapitalgewinn von etwa 2,9 Mrd. Euro generieren und die Kernkapitalquote um etwa 170 Basispunkte erhöhen, wie BNP Paribas weiter in der Mitteilung ausführte.

Aktienrückkauf und Zukäufe

BNP-Chef Jean-Laurent Bonnafé erklärte, mit dem Geld aus der Veräußerung der Bank of the West auch Zukäufe in Europa finanzieren zu wollen. Insgesamt rund 7 Mrd. Euro sollten für organisches Wachstum, Technologieinvestitionen und ergänzende Akquisitionen verwendet werden. Zudem plane BNP, im Wege eines Aktienrückkaufs eine außerordentliche Ausschüttung an die Aktionäre vorzunehmen, um den verwässerten Gewinn je Aktie auszugleichen. Das könnten rund 4 Mrd. Euro sein, hieß es.

Die Transaktion schaffe für alle Seiten einen Mehrwert, sagte Bonnafé. Die Franzosen wollten sich schon länger von der US-Tochter trennen, weil sie sich verstärkt auf das europäische Investment Banking fokussieren. So hatten die Franzosen unter anderem bereits das Prime-Brokerage-Geschäft der Deutschen Bank und der Credit Suisse erworben.

BNP Paribas hatte die US-Privatkundenbank 1979 gekauft und sie mit der French Bank of California fusioniert. Die Tochter in den USA ist das größte Segment von BNP Paribas außerhalb Europas. Die BNP-Tochter mit Sitz in San Francisco betreibt rund 500 Filialen und Büros in 24 US-Bundesstaaten, vor allem im Westen und Mittleren Westen. Sie hat nach eigenen Angaben fast 1,8 Millionen Kunden und beschäftigt mehr als 9000 Mitarbeiter.

Für BMO, die viertgrößte Bank Kanadas gemessen an der Bilanzsumme, ist es die bisher größte Akquisition. Sie soll in bar sowie mit überschüssigem Kapital bezahlt werden, wie die Bank mitteilt. Angesichts des Konkurrenzdrucks großer Wall-Street-Banken haben sich be­reits einige Institute aus dem US-Markt­ zurückgezogen. So verkaufte die spanische BBVA ihr US-Geschäft 2020 für 11,6 Mrd. Dollar und die japanische MUFG ihres in diesem Jahr für 8 Mrd. Dollar.

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