ESG

Commerzbank verschärft Vorgaben für Kohlefinanzierung

Die Commerzbank nimmt ab dem kommenden Jahr Firmen mit Umsätzen von mehr als 20% im Kohlesegment nicht mehr als Kunden an. Für die polnische Tochter MBank gelten die Regeln allerdings nicht.

Commerzbank verschärft Vorgaben für Kohlefinanzierung

bn Frankfurt

Die Commerzbank verschärft ihre Vorgaben für die Finanzierung von Kohle-, Öl- und Gasaktivitäten und damit ihre Anforderungen an die Kunden. Eine neue Richtlinie für fossile Brennstoffe sieht vor, dass Bestandskunden, die 20% oder mehr ihres Umsatzes oder ihrer Stromerzeugung mit Kohle erzielen, bis 2025 einen Plan für den Kohleausstieg bis 2030 erarbeiten, wie die Bank am Montag mitteilte. Neue Geschäftsbeziehungen mit solchen Unternehmen lehnt die Bank ab Januar ab. Gleiches gelte für potenzielle Neukunden mit Ausbauplänen, wie die Bank erklärte. Projektfinanzierungen werden künftig­ auf notwendige Modernisierungen bestehender Kraftwerke beschränkt und sind nur nach „kritischer Einzelfallprüfung“ möglich.

Bislang war ein Grenzwert von 30% die Richtschnur, international waren es 50%. Geschäftsbeziehungen im Öl- und Gasgeschäft will die Bank regelmäßig auf Umwelt- und Sozialaspekte überprüfen. Die Finanzierung neuer Förderprojekte schließt sie aus. Wie ein Sprecher auf Anfrage erklärte, gilt die Richtlinie nicht für die polnische Commerzbank-Tochter MBank.