Deutsche-Bank-Aktie trotzt Skepsis

Morgan Stanley kürzt die Gewinnschätzungen

Deutsche-Bank-Aktie trotzt Skepsis

bn Frankfurt – Mit Blick auf die Restrukturierung der Deutschen Bank regt sich bei Analysten Skepsis. Nachdem Deutsche-Bank-Finanzvorstand James von Moltke auf einer von Barclays veranstalteten Investorenkonferenz am Montagabend in New York das Ertragsziel für 2022 relativiert hatte, haben die Analysten von Morgen Stanley ihre Schätzungen für den Vorsteuergewinn der Jahre 2019 bis 2021 um durchschnittlich rund 30 % gekürzt.Dem Aufwärtstrend am Aktienmarkt kann dies indes nichts anhaben. Zur Wochenmitte schloss der Wert mit 7,489 Euro 0,5 % fester, nachdem er zuvor schon seit Monatsbeginn Tag für Tag zugelegt hatte. Gegenüber dem Mitte August erreichten Schlusskurs-Tief von 5,883 Euro steht damit nurmehr eine Performance von stolzen 27 % zu Buche.Morgan Stanley reduziert ihr Kursziel unterdessen um 30 Cents auf 6 Euro. Die jüngsten Modellanpassungen der Analysten spiegeln eine reduzierte Gewinnkraft während der Restrukturierungsjahre 2019 und 2020 wider, die wiederum vor allem aus Bilanzverkürzung, niedrigeren Zinsen und einem schwierigeren operativen Umfeld für die Kernbank resultieren, wie es heißt. Zugleich unterstellen die Analysten nun aber einen schnelleren Kostenabbau als zuvor und heben die von ihnen für 2022 berechnete materielle Eigenkapitalrendite der Deutschen Bank vor Kuponzahlungen auf Ergänzungskapital von 3,7 % auf glatt 5 % an. Bei Ankündigung ihres Umbaus Anfang Juli hatte die Deutsche Bank einen Wert von 8 % in Aussicht gestellt. Die im Juli ebenfalls abgegebene Prognose, bis 2022 einen Ertrag von konzernweit rund 25 Mrd. Euro zu erzielen, hat Finanzvorstand von Moltke bereits relativiert. Seit Juli habe sich das Umfeld eingetrübt, und die Lage der Weltwirtschaft sei fragiler geworden, erklärte er am Montag. Daher plane die Bank derzeit mit Einnahmen zwischen 24 Mrd. und 25 Mrd. Euro. Auf vergleichbarer Basis nahm die Bank im vergangenen Jahr 22,8 Mrd. Euro ein, einschließlich der zu Nichtkernbereichen erklärten Aktivitäten waren es 25,3 Mrd. Euro. 22,5 Mrd. Euro erwartetMorgan Stanley erwartet 2022 Einnahmen von 22,5 Mrd. Euro. In den vergangenen drei Jahren habe die Bank infolge Restrukturierung, Risikoabbau und Negativzinsen Erträge in einer Jahresrate von rund 9 % verloren, rechnen die Analysten vor. Vor allem hausgemachte Faktoren wie negative Schlagzeilen und Herabstufungen der Bonitätsnote hätten es Wettbewerbern ermöglicht, der Bank Marktanteile abzunehmen. Für die Jahre bis 2021 rechnen die Analysten nun mit Ertragsrückgängen um jeweils 3 %. 2021 und 2022 dürften sich die Kostensenkungen bemerkbar machen, heißt es. Die Kosten seien entscheidend, um Vertrauen in den dreijährigen Restrukturierungsplan zu erzeugen.