Zahlungsverkehr

DZ Bank startet Pilotprojekt für Zahlverfahren "Request to Pay"

Die DZ Bank hat als erstes deutsches Institut den Einstieg in das neue Zahlverfahren "Request to Pay" geschafft. Dieses verspricht gerade für Firmenkunden eine Prozessbeschleunigung im Rechnungsmanagement.

DZ Bank startet Pilotprojekt für Zahlverfahren "Request to Pay"

Die DZ Bank hat die Pilotphase für das neue Zahlverfahren "Request to Pay" (RtP) gestartet. Dieses eröffne ganz neue Möglichkeiten, in Zukunft zu zahlen, da erstmalig der gesamte Rechnungsprozess digitalisiert werde, heißt es in einer Mitteilung vom Montag. Mit dem Einsatz von RtP könnten Unternehmen administrativen Aufwand und Kosten im Zahlungsprozess auf ein Minimum reduzieren.

Die genossenschaftliche Finanzgruppe gehört damit zu den ersten Anbietern in Europa, deren Kunden Rechnungen auf diese Weise begleichen können. Der für Transaction Banking zuständige Vorstand Thomas Ullrich hatte schon Mitte 2022 im Interview mit der Börsen-Zeitung angekündigt, dass man mit Partnern eine Instant-Payment-Plattform baue, die in einem ersten Schritt mit Request to Pay für das E-Billing veredelt werden solle. Damit werde "ein riesiges Einsparpotenzial" bei der Rechnungsstellung realisiert. Das wurde seitdem mit großen Händlern verprobt.

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Gemeinsam mit der R+V Versicherung, dem genossenschaftlichen IT-Dienstleister Atruvia, der Volksbank Mittelhessen und dem Plattformbetreiber Paycy – eine Tochter von PPI – wurde bereits eine erste Transaktion abgewickelt. Dabei habe eine Kundin der Volksbank Mittelhessen ihren Versicherungsbeitrag bei der R+V erstmals komplett elektronisch beglichen. Die R+V habe dafür eine Zahlungsanforderung bei der DZ Bank eingereicht, die über die Plattform Paycy an die Volksbank Mittelhessen geschickt wurde. Die Kundin konnte die Zahlung dann in ihrem Online-Banking freigeben – der Gesamtprozess dauerte nur wenige Sekunden.

Könnte neuer Standard sein

Ein grundsätzlicher Vorteil von Request to Pay ist, dass alle Details zur Rechnung ebenfalls im Online-Banking hinterlegt sind und so jederzeit eingesehen werden können. In der nun folgenden Pilotphase mit acht Genossenschaftsbanken würden in den kommenden sechs Monaten weitere Transaktionen folgen, um den Gesamtprozess mit den Kunden zu erproben, heißt es. Ullrich zufolge wird Request-to-Pay perspektivisch der neue Standard im europäischen Zahlungsverkehr sein. "Wir sind überzeugt, dass sich auch unsere Wettbewerber – nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa – dem europäischen Verfahren anschließen, um zügig Reichweite zu erzeugen“, so Ullrich.

Die Pilotphase läuft zunächst bis Mitte 2024. Anschließend sei geplant, das Angebot allen Kunden der Genossenschaftsbanken (Firmenkunden und Privatkunden) zur Verfügung zu stellen. Mit dem frühzeitigen Hochfahren ihrer Plattformen sollte die DZ Bank gut gerüstet sein für die beschleunigte Einführung von Instant Payment, wie sie vom europäischen Gesetzgeber geplant ist. Instant-Payment-Transaktionen sollen genauso vergütet werden wie normale Sepa-Zahlungen. Eine Upside kann sich bei Mehrwertdiensten wie Request-to-Pay ergeben, denn für Firmenkunden zeigen sich hier mit der Prozessbeschleunigung Vorteile.

DZ Bank startet Pilot für Zahlverfahren "Request to Pay"

Spitzeninstitut der Kreditgenossen digitalisiert gesamten Rechnungsprozess und verspricht Vorteile für Firmenkunden

bg Frankfurt
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