Versicherer

Fusionierte Provinzial besteht Bewährungs­probe „Bernd“

Das Unwetter „Bernd“ hat der vor zwei Jahren fusionierten Provinzial 2021 tiefrote Zahlen beschert. Vor Steuern belief sich der Verlust auf 78,3 Mill. Euro.

Fusionierte Provinzial besteht Bewährungs­probe „Bernd“

ab Düsseldorf

Die Flutkatastrophe im vorigen Sommer hat den Provinzial Konzern schwer getroffen. Bislang wurden im Zusammenhang „mit dem größten Schadenereignis der Geschichte der Provinzial“ Schäden im Umfang von 904 Mill. Euro reguliert, wie der vor zwei Jahren aus dem Zusammenschluss von Provinzial Rheinland und Provinzial Nordwest hervorgegangene öffentliche Versicherer mitteilte. Insgesamt wird im Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe „Bernd“ mit einem Gesamtschadenvolumen von 1,6 Mrd. Euro kalkuliert. Die Schaden-Kosten-Quote 2021 schnellte dadurch auf 126,8% in die Höhe. Vor Steuern resultierte ein Verlust von 78,3 Mill. Euro.

„Die unfassbaren Ausmaße von „Bernd“ haben uns vor eine enorme Bewährungsprobe gestellt, die wir als Konzern exzellent gemeistert haben“, wird Vorstandschef Wolfgang Breuer zitiert. Trotz aller Herausforderungen sei die Finanzkraft der Provinzial nach wie vor hoch. Mit einer Solvenzquote von 258% bewege sich der Versicherer auf marktüberdurchschnittlichem Niveau. Das habe zuletzt auch die Ratingagentur Fitch bescheinigt.

Allerdings gab die Flutkatastrophe der Nachfrage nach Elementarversicherungen auch einen kräftigen Schub. Konzernweit hätten zwei Drittel aller Neuverträge in der Wohngebäudeversicherung im Privatkundenbereich eine entsprechende Deckung, heißt es. Doch auch jenseits von „Bernd“ konnte die Provinzial ihr Geschäft ausbauen. Konzernweit wuchsen die Beitragseinnahmen um 4,9% auf 6,7 Mrd. Euro. Die Schaden- und Unfallversicherung registrierte ein Beitragswachstum von 3,3% auf 3,9 Mrd. Euro. In der Lebensversicherung erhöhten sich die Beitragseinnahmen um 7,3% auf 2,7 Mrd. Euro.