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Hacker berauben Poly Network

Hacker haben bei einem An­griff auf die Kryptowährungsplattform Poly Network große Beute ge­macht. Laut der Kryptowährungsseite „The Block“ betrug das in den gehackten Wallets enthaltene Vermögen etwas mehr als 600 Mill. Dollar. Es wäre damit...

Hacker berauben Poly Network

Reuters Hongkong/Singapur/London

Hacker haben bei einem An­griff auf die Kryptowährungsplattform Poly Network große Beute ge­macht. Laut der Kryptowährungsseite „The Block“ betrug das in den gehackten Wallets enthaltene Vermögen etwas mehr als 600 Mill. Dollar. Es wäre damit einer der größten Hackerangriffe auf eine dezentrale Handelsplattform. Diese ermöglichen Nutzern untereinander den Handel mit Werten wie der Kryptowährung Bitcoin, ohne dass Börsen oder Banken eingebunden sind.

Poly Network veröffentlichte auf Twitter einen Brief an die Hacker mit dem Appell, mit ihr in Kontakt zu treten, um eine Lösung zu finden und die Beute zurückzugeben. Es gehöre Zehntausenden Menschen, die mit Kryptowährungen handelten. Es gehe um ein schweres Wirtschaftsverbrechen, das strafrechtlich verfolgt werde. Zudem veröffentlichte Poly Details zu den Wallets, an die die Beute transferiert wurde. Auf eine Anfrage zu weiteren Details des Angriffs antwortete die Firma zunächst nicht.

IT-Fachmagazine berichteten am Dienstagnachmittag, dass es eine Spur zu den Angreifern gebe. Die Kryptoforschungsfirma Elliptic erklärte später, es seien tatsächlich Token im Wert von 258 Mill. Dollar zurückgegeben worden. Elliptic-Mitgründer Tom Robinson erklärte, die Hacker hätten womöglich einen Teil der Beute zurückgegeben, weil die Geldwäsche bei einem so großen Betrag an Kryptowährungen ausgesprochen schwierig sei. Robinson machte dafür die Transparenz der zugrundeliegenden Blockchain-Technologie verantwortlich.

2018 war die Tokioter Bitcoin-Börse Coincheck Opfer eines Angriffs geworden und hatte 530 Mill. Dollar an Kryptowährungen verloren. Die Tokioter Kryptobörse Mt. Gox brach 2014 nach einem Verlust von einer halben Milliarde Dollar zusammen. Die jüngste Attacke könnte das Vertrauen in die Branche weiter erschüttern und die Regulierungsbehörden auf den Plan rufen.

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