PERSONEN

J.P. Morgan stellt die Weichen in China

Von Norbert Hellmann, Schanghai Börsen-Zeitung, 22.1.2021 Bei der US-amerikanischen Großbank J.P. Morgan Chase kommt es zu einem größeren personellen Revirement in der Asien-Pazifik-Region, bei dem vor allem die Expansion im chinesischen...

J.P. Morgan stellt die Weichen in China

Von Norbert Hellmann, SchanghaiBei der US-amerikanischen Großbank J.P. Morgan Chase kommt es zu einem größeren personellen Revirement in der Asien-Pazifik-Region, bei dem vor allem die Expansion im chinesischen Wertpapier- und Fondsmanagement-Geschäft in den Vordergrund rückt. Wie aus einem internen Rundbrief hervorgeht, wird der langgediente Investmentbanker Houston Huang auf den Posten des Chief Executive Officer (CEO) und Head of Investment Banking bei dem neu aufgestellten chinesischen Joint Venture J.P. Morgan Securities rücken. China-Öffnung als ChanceJ.P. Morgan setzt große Hoffnungen auf eine Expansion im chinesischen Wertpapier- und Kapitalmarktgeschäft, seitdem die Amerikaner neue Freizügigkeiten für ausländische Finanzdienstleister im chinesischen Markt nutzen können. Dazu gehört insbesondere eine Lockerung von Beteiligungsgrenzen bei Partnerschaftsunternehmen, die es J.P. Morgan, wie auch dem großen Konkurrenten Goldman Sachs, ermöglichen, via eine Beteiligungsmehrheit in die unternehmerische Führung bei den Joint Ventures zu gehen. Davon versprechen sich die Banken nicht nur eine Steigerung von Erträgen, sondern auch eine Stärkung des eigenen Markenprofils in einem besonders wichtigen Wachstumsmarkt.In diesem Sinne soll Huang die neue strategische Agenda der J.P. Morgan im Reich der Mitte vorantreiben und umsetzen, gleichzeitig aber auch Verantwortung für das Tagesgeschäft und die Betreuung der wichtigsten Kunden im chinesischen Investment übernehmen. Huang wird dabei in enge Zusammenarbeit mit dem Hongkonger David Lau treten, der als neuer Chef für China Investment Banking Coverage in Hongkong vor allem das Offshore-Beratungsgeschäft in der chinesischen Sonderverwaltungszone weiter vorantreiben soll. Kooperation mit CMBJ.P. Morgan, die ihre Beteiligung an dem Wertpapier-Joint-Venture bereits auf 71 % ausdehnen konnte, zeigt sich an einem Vollbesitz interessiert. Im Geschäft mit dem Handel von Finanz-Futures in China durfte J.P. Morgan zudem eine eigengeführte Einheit aufbauen. Dem Vernehmen nach plant die US-Großbank auch eine Erweiterung ihrer Position im wachstumsträchtigen chinesischen Fondsmanagement- und Vermögensverwaltungsgeschäft. Dazu wird eine strategische Zusammenarbeit mit der zu den führenden chinesischen Bankhäusern zählenden China Merchants Bank (CMB) angedacht. Dabei gilt es allerdings als wenig wahrscheinlich, dass J.P. Morgan bei einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem heimischen Bankriesen eine mehrheitliche Kontrolle erlangen wird.Wie aus dem internen Schreiben weiter hervorgeht, wird J.P. Morgan mit Wirkung zum 1. Februar noch eine Reihe weiterer Neubesetzungen mit Verantwortung im Asien-Pazifik-Geschäft vornehmen. Dabei wurde Sonia Li zur Vize-Chairwoman des Investment Bankings in der Asien-Pazifik-Region berufen. In dieser Funktion wird sie auch die gebündelten Research-Aktivitäten der Großbank in der Region steuern. Gleichzeitig soll Melissa Lu die Position des Head of Syndicated and Leverage Finance Loans übernehmen und dabei an Li berichten. Zusätzlich tritt mit Paul Uren ein neuer Head of Investment Banking Coverage für die Asien-Pazifik-Region an. Ebenfalls zum 1. Februar zeichnet sich eine Neubesetzung in der regionalen Verantwortung für Süd- und Südostasien ab. Dabei wird Murli Maiya als neuer CEO South and Southeast Asia die J.P.-Morgan-Geschäfte im indischen Raum sowie in den Asean-Staaten federführend betreuen.