Debit-Marke

Mastercard stellt Maestro ein

Nach mehr als 30 Jahren schaltet Mastercard ihre Debit-Marke Maestro im Juli 2023 ab. Dieser Schritt soll zunächst in Europa gelten mit Ausnahme von Belarus, der Schweiz und Russland. Franchisegeber Mastercard hat dies der Kreditwirtschaft...

Mastercard stellt Maestro ein

kb Frankfurt

Nach mehr als 30 Jahren schaltet Mastercard ihre Debit-Marke Maestro im Juli 2023 ab. Dieser Schritt soll zunächst in Europa gelten mit Ausnahme von Belarus, der Schweiz und Russland. Franchisegeber Mastercard hat dies der Kreditwirtschaft mitgeteilt, wie „Finanz-Szene.de“ zuerst berichtet hat. Nach und nach sollen weitere Regionen folgen, da es sich um eine globale Entscheidung handelt, wie zu hören ist. In Lateinamerika soll Maestro bereits eingestellt sein. Die Anzahl der weltweit mit Maestro ausgegebenen Karten ist bereits im zweiten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 404 (415) Millionen Karten gesunken, während insgesamt 2,854 (2,644) Milliarden Karten der verschiedenen Mastercard-Marken ausgegeben worden sind, was einem Zuwachs um 8% entspricht.

Maestro ist eine Debitkarten-Marke und das erste weltweite Netzwerk, das dem Karteninhaber am Point of Sale (POS) online Zugriff auf sein Konto erlaubt. Dabei wird der Betrag umgehend vom Konto abgebucht, während bei Kreditkarten die Belastungen gesammelt und einmal im Monat abgerechnet werden. Maestro ist auf vielen der 100 Millionen in Deutschland ausgegebenen Girocards, der Debitkarte der deutschen Kreditwirtschaft, angebracht (Co-Badging), wodurch die Girocard über das Mastercard-Scheme auch im Ausland am POS einsetzbar ist.

Nicht mehr zeitgemäß

Doch die ursprünglich für die physische Welt geschaffene Maestro gilt als nicht mehr zeitgemäß, denn sie ist nicht wirklich online einsatzfähig und nicht ins Smartphone integrierbar. Zudem wird Maestro weltweit nur an einer zweistelligen Millionenzahl von Stellen akzeptiert, was zu wenig ist.

Banken und andere Kartenanbieter sind deshalb laut Mastercard dazu angehalten, ab dem 1. Juli 2023 (oder auch früher) abgelaufene Maestro-Karten zu ersetzen, aus Sicht von Mastercard am besten mit deren Debitkarten. Diese sind weltweit an deutlich mehr Akzeptanzstellen sowie mobil und im E-Commerce einsetzbar. Es sei einfach an der Zeit, die Nutzung von Zahlungskarten an den digitalen Lifestyle von heute anzupassen, heißt es in einem Mastercard-Blog.

Die Girocards können mit der Debitkarte von Mastercard verbunden werden, die dann im Ausland oder online zum Einsatz kommt. Einige Banken und Sparkassen in Deutschland geben diese bereits separat an ihre Kunden aus, entweder nur diese oder zusätzlich zur Girocard, für die oft noch keine jährliche Gebühr vom Kontoinhaber verlangt wird, anders als bei den Zahlungskarten von Mastercard oder Visa.

Die Mastercard-Debitkarte kann inzwischen auch bei Autovermietungen, Hotels oder Reisebuchungen zum Bürgen dienen. Große Autovermieter wie etwa Sixt oder Hertz hätten ihre Akzeptanz dahingehend umgestellt, wie zu hören ist. In der Regel wird bisher auf Kreditkarten ein bestimmter Betrag blockiert, wodurch das verfügbare Limit sinkt.