Schon 2021 soll die neue Großbank stehen

Sparkassen stoßen Fusion von DekaBank und Helaba als Schritt zu einem neuen Zentralinstitut an - Auf Dauer kein Retailgeschäft

Schon 2021 soll die neue Großbank stehen

Eine Fusion von DekaBank und Helaba soll der erste konkrete Schritt auf dem vermutlich noch langen Weg zu einer neuen Sparkassen-Zentralbank werden. Schon bei einem Zweierbündnis ließen sich enorme Synergieeffekte realisieren. Die Sparkassen in Hessen und Thüringen zeigen sich aufgeschlossen.ski Frankfurt – Die aus einer Fusion von DekaBank und Helaba entstehende neue sparkasseneigene Großbank soll bereits 2021 aus der Taufe gehoben werden. So sieht es jedenfalls nach Informationen der Börsen-Zeitung das Konzept von Helmut Schleweis vor. Der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) hat seine Pläne am Dienstag im Kreis der regionalen Verbandspräsidenten und der Landesobleute der Sparkassenvorstände präsentiert und für seine Ideen nach Angaben des DSGV “grundsätzliche Unterstützung” gefunden. Die prinzipielle Absicht, ein gemeinsames Zentralinstitut der Sparkassen anzustreben, werde von allen “einstimmig” mitgetragen, hieß es.Schleweis drückt bei seinen vor einem Jahr deutlich intensivierten Bemühungen in Sachen Zentralinstitut aufs Tempo, weil die Sparkassen aus seiner Sicht durch die äußeren Umstände zunehmend unter Druck geraten: anhaltende Negativzinsen, steigender Risikovorsorgebedarf im Zuge der konjunkturellen Abschwächung sowie wachsender Investitions- und Kapitalbedarf durch die Digitalisierung und höhere Pensionslasten. Ein leistungsfähiges Zentralinstitut soll hier Entlastung bringen, nicht zuletzt durch Kostensynergien. Diese dürften schon bei einem Zusammengehen der Frankfurter Nachbarhäuser DekaBank und Helaba erheblich sein, obgleich sich das Wertpapierhaus der Sparkassen und die drittgrößte Landesbank, die als Sparkassenzentralbank Hessen, Thüringen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg abdeckt (vgl. Grafik) und allein dadurch rund 40 % der 379 deutschen Sparkassen betreut, in ihren Aktivitäten nicht nur überschneiden, sondern auch ergänzen. Sehr vereinfacht dargestellt: Die Deka ist ein sehr großer Assetmanager und eine mittelgroße Bank, die Helaba ist auch für sich allein ein großes, universal aufgestelltes Kreditinstitut und agiert als Vermögensverwalter im Mittelfeld. Gemeinsam würde die Marktposition gestärkt, auch Ertragssynergien sind möglich. Wer macht mit?Auf dem Weg zum einheitlichen Zentralinstitut, salopp gerne auch als “Superlandesbank” bezeichnet, soll die Verbindung von Deka und Helaba ein erster Schritt sein. Andere Häuser der Gruppe sind eingeladen, sich an dem Konstrukt früher oder später zu beteiligen. Doch wer kommt dafür in Frage? Der Sanierungs- und Restrukturierungsfall Nord/LB, deren Träger und Vorstand auf die Zustimmung der EU-Kommission zur Auffanglösung warten, kurzfristig sicher nicht. In Baden-Württemberg sympathisieren allenfalls die regionalen Sparkassen mit dem Schleweis-Modell, die anderen Träger der LBBW (Land und Stadt Stuttgart) hatten dem DSGV-Präsidenten schon früher eine Absage erteilt. Bewegung wollen manche Beobachter bei den Trägern der BayernLB (Freistaat 75 %, Sparkassen 25 %) erkannt haben. Doch müsste sich die weiß-blaue Landesbank zumindest auf Dauer von ihrer Tochter DKB trennen, ebenso wie die Helaba die Frankfurter Sparkasse abgeben müsste, denn Retailinstitute sieht das Zielbild für die neue Zentralbank nicht vor. Insgesamt ist das Geschäftsmodell aber noch im Werden begriffen. Die Zentralbank soll die Sparkassen nach deren Prioritäten umfassend unterstützen und die Gruppe unter anderem in den Bereichen Großkunden, Institutionelle, Auslandsgeschäft und Kapitalmarkt stärken.Vor jeder gesellschaftsrechtlichen Verflechtung mehrerer Institute, sei es durch Verschmelzung, sei es unter einer Holding, sollen sich die einzelnen Banken, soweit nötig, fit machen, indem sie Risiken abbauen. Auf diese Weise soll auch das Kapital mobilisiert werden, das gebraucht wird, um die an den Banken in unterschiedlicher Höhe beteiligten Länder “herauszukaufen”, denn die neue Zentralbank soll am Ende allein von den Sparkassen getragen werden. SGVHT zeigt sich offenDer mit rund 69 % an der Helaba beteiligte Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen (SGVHT) teilte mit, er sehe das Institut gut aufgestellt, um auch in Zukunft in Alleinstellung seinen Aufgaben stabil und erfolgreich nachkommen zu können. Dazu gehöre insbesondere die Wahrnehmung der Aufgaben einer Sparkassen-Zentralbank. Der Verband verweist hier auch auf das jüngst von der Helaba “aus einer Position der Stärke heraus” beschlossene Wachstums- und Effizienzprogramm “Scope” (vgl. BZ vom 17. September). Unabhängig davon stehe man aber Überlegungen offen gegenüber, die darauf gerichtet seien, in der Gruppe die Kräfte weiter zu bündeln und noch zielgerichteter einzusetzen. Eine Verbindung von Helaba und DekaBank biete auch aus Sicht des SGVHT interessante Potenziale für die gesamte Finanzgruppe.