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Schweizer Fondshaus GAM verliert Großkunden

Die Schweizer Fondsadresse GAM verliert einen Großkunden: Voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte zieht eine nicht genannte Gesellschaft ein zur Jahreswende 21,5 Mrd. sfr schweres Vermögen ab, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Dabei...

Schweizer Fondshaus GAM verliert Großkunden

jsc Frankfurt

Die Schweizer Fondsadresse GAM verliert einen Großkunden: Voraussichtlich ab der zweiten Jahreshälfte zieht eine nicht genannte Gesellschaft ein zur Jahreswende 21,5 Mrd. sfr schweres Vermögen ab, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Dabei handelt es sich um ein Mandat im sogenannten Private-Labelling-Geschäft, zu dem Dienstleistungen rund um Fondsinfrastruktur, den rechtlichen Aufbau, Administration und Leitung zählen. Dabei gehe der Gesellschaft ein jährlicher Umsatz von etwa 5 Mill. sfr verloren. An der Schweizer Börse verlor die GAM-Aktie am Dienstag an Wert.

Das Private-Labelling-Segment ist margenarm, weil der Kern des Geschäfts, nämlich die Vermögensverwaltung und der Vertrieb, beim Kunden verbleibt. Den Großteil der Erträge verdient GAM stattdessen in der Investmentmanagement-Sparte, obwohl hier insgesamt nur 35,9 Mrd. Euro verwaltet werden. Die Gesellschaft steht unter Druck, weil nach einem Fondsskandal vor zweieinhalb Jahren viele Anleger ihre Mittel abgezogen haben. Im vierten Quartal 2020 hatte GAM im Investmentmanagement aber wieder einen Zufluss verzeichnet.

Geschäftszahlen für 2020 legt das Unternehmen am 18. Februar vor. Dabei wird das Fondshaus einen Verlust von rund 380 Mill. sfr ausweisen, wie GAM vor gut einer Woche angekündigt hat. Der Verlust hatte sich nach einer hohen Wertminderung zur Jahresmitte abgezeichnet.