Six beweist gutes Timing

Verkauf des Kartengeschäfts an Worldline zahlt sich aus

Six beweist gutes Timing

dz Zürich – Die Schweizer Finanzmarktinfrastruktur- und Börsenbetreiberin Six hatte mit dem Verkauf ihres Bezahlkartengeschäftes an Worldline eine glückliche Hand. Im Mai 2018 kündigten die Schweizer den Verkauf ihrer Aktivitäten im Bereich der bargeldlosen Zahlungsabwicklung an die europäische Marktführerin an. Sie ließen sich den stolzen Verkaufspreis von 2,8 Mrd. sfr zu fast 90 % mit Aktien abgelten und besitzen seither 27 % an dem französischen Unternehmen. 50 Prozent WertsteigerungDer Wert dieser Beteiligung hat sich seither prächtig entwickelt, wie die Schweizer Börse in ihrem Halbjahresbericht festhält. Er ist von 2,5 Mrd. sfr auf 3,5 Mrd. sfr per Ende Juni gestiegen. Bis heute haben die Worldline-Aktien in den knapp 18 Monaten seit dem Six-Einstieg um fast 50 % an Wert zugelegt. Selbst im boomenden Markt der Zahlungsabwickler hätte die Six keinen besseren Käufer finden können – mindestens, was die Wertentwicklung anbelangt.In der Erfolgsrechnung schlägt sich der Deal bislang allerdings nicht positiv nieder. Zwar ist der quotenkonsolidierte Beteiligungsertrag dank Worldline im Vorjahresvergleich um 41 Mill. sfr hochgeschnellt. Doch der Wegfall des im Vorjahr angefallenen Gewinnbeitrages aus dem 10-prozentigen Baranteil des Verkaufs hat den regulären französischen Ergebnisbeitrag fast vollständig neutralisiert.In den von Six präsentierten Semesterzahlen sind die Erträge und Gewinne des vormals eigenen Zahlkartengeschäftes im Vorjahr nicht mehr eingerechnet. Das führt gezwungenermaßen zu einer Verzerrung. Die Six betont deshalb, dass das Reinergebnis unter Ausklammerung aller Worldline-Effekte im Vorjahresvergleich bei rund 81 Mill. sfr stagniert habe. Das ist ein vielversprechender Start für das 2018 grundlegend umgebaute Gemeinschaftsunternehmen der in der Schweiz tätigen Banken. Immerhin musste Six auch im Berichtsabschnitt noch einmal substanzielle Preisnachlässe an die Nutzer ihrer Börseninfrastruktur verkraften und zugleich beträchtliche Investitionen in den Aufbau der neuen Plattform für den Handel und die Abwicklung digitaler Vermögenswerte stemmen. Günstige AussichtenDie Aussichten für das zweite Semester sind günstig – nicht nur, weil die Belastungen der Worldline-Transaktion dann wegfallen. Vielmehr erwartet Six, dass die Maßnahmen der Eidgenossenschaft zum Schutz des Schweizer Börsengeschäftes gegen die Aberkennung der Äquivalenz durch die EU-Kommission zu höheren Umsätzen im Aktienhandel auf der Six-Plattform führen werden. Möglicherweise werde sich dies positiv auf das Betriebsergebnis und den Gewinn im zweiten Halbjahr auswirken, schreibt Six sibyllinisch.