Spanische Banken heizen Fusionsfantasie an

BBVA und Sabadell bestätigen Gespräche - Verkauf des US-Geschäfts

Spanische Banken heizen Fusionsfantasie an

ths/ms/lee Madrid/Frankfurt – Die spanische Großbank BBVA und Banco Sabadell führen Gespräche über einen Zusammenschluss. Beide Banken reagierten am Montagabend mit Pflichtmitteilungen auf entsprechende Spekulationen, die der angekündigte Verkauf der US-Tochter von BBVA am Morgen ausgelöst hatte. Spaniens zweitgrößtes Kreditinstitut will den Erlös von umgerechnet 9,7 Mrd. Euro aus dem Verkauf von gut 600 US-Filialen an den US-Finanzdienstleister PNC für den Ausbau seiner Position in anderen bestehenden Märkten verwenden.Nach dieser Ankündigung schoss der Aktienkurs von BBVA zwischenzeitlich um bis zu 20 % in die Höhe und riss andere Bankentitel mit, allen voran die von Sabadell, Nummer 5 in Spanien. Auch die Aktien von Commerzbank und Deutscher Bank legten stärker zu als MDax und Dax, da die Meldung aus Spanien Fantasien für eine Konsolidierung in Europa antrieb. In Spanien ist die viel beschworene Bankenkonsolidierung mit der Übernahme der staatlichen Bankia durch Caixabank als erstes in Fahrt gekommen. Auch die kleineren Institute Unicaja und Liberbank verhandeln über einen Zusammenschluss. Nach dem Ausstieg aus den USA ist BBVA außerhalb des Heimatmarkts jedoch nur noch in Schwellenländern wie Mexiko und der Türkei vertreten. Analysten halten schon seit längerem eine Übernahme von Banco Sabadell für sinnvoll. Die spanische Notenbank hat mehrfach betont, dass sie bezüglich weiterer Bankenfusionen keine Wettbewerbsbedenken hege.Auch auf der “Euro Finance Week” wurde die Notwendigkeit einer europäischen Branchenkonsolidierung mehrfach thematisiert. “Mehr als 5 000 Finanzinstitute in Europa sind einfach viel zu viele in einem Geschäft, in dem Skaleneffekte so wichtig sind wie in nur wenigen anderen Branchen”, sagte der Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing. Konsolidierung durch Fusionen und Übernahmen sei ein potenzieller Weg, um Überkapazitäten abzubauen, unterstrich Luis de Guindos, Vizepräsident der Europäischen Zentralbank: “Die Notwendigkeit, strukturelle Probleme anzugehen, ist jetzt dringender denn je.” – Nebenstehender Kommentar Bericht Seite 3 Schwerpunkt Seite 4