US-Investmentbank

Stifel bündelt M&A-Geschäft in Frankfurt

Die US-Investmentbank Stifel setzt beim Ausbau ihres europäischen Geschäfts auf den Finanzplatz Frankfurt. Wie Europachef Sébastien Guillaume im Bloomberg-Interview sagte, soll das M&A-Geschäft hier gebündelt werden.

Stifel bündelt M&A-Geschäft in Frankfurt

Der US-Finanzkonzern Stifel Financial Corp. führt M&A-Teams der zugekauften Mainfirst Bank und Acxit Capital Partners in Frankfurt unter einem Dach zusammen. Das kündigte Sébastien Guillaume, Chef der Stifel Europe Bank, in einem Bloomberg-Interview an. Mit Frankfurt als Kern des Geschäfts rund um Fusionen und Übernahmen in Kontinentaleuropa soll das Wachstum in der Region vorangetrieben werden.

„In den nächsten Wochen werden etwa zehn M&A-Banker von der ehemaligen Mainfirst-Sparte in die Acxit-Büros in Frankfurt umziehen, um Zusammenarbeit zu fördern”, sagte der Manager, der durch die Übernahme von Mainfirst zu Stifel gekommen ist. Der Kauf der Frankfurter Mainfirst Bank im Jahr 2019 war der erste größere Expansionsschritt von Stifel in Deutschland. Ihm folgte die Übernahme des Frankfurter M&A-Beraters Acxit mit rund 50 Mitarbeitern, die vor wenigen Tagen abgeschlossen wurde.

„Frankfurt wird wichtigste Basis unseres M&A-Geschäfts in Kontinentaleuropa sein – mit einer M&A-Mitarbeiterzahl von insgesamt etwa 60 Leuten”, sagte Guillaume. Stifel wolle in Deutschland, Österreich und der Schweiz weiter wachsen und die Übernahme von Acxit werde helfen, dieses Ziel zu erreichen. Weitere Zukäufe seien nicht ausgeschlossen.

Stifel habe eine Kultur des Wachstums – auch durch Akquisitionen, sagte Guillaume. Seit 2005 habe das Institut 18 Gesellschaften übernommen: „Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass sich dies ändern wird, aber die endgültigen Entscheidungen werden in den USA getroffen.”

Veränderungen auch in Zürich

Ähnlich wie Stifel ist Acxit besonders stark in den Bereichen Gesundheits-, Technologie-, Industrie- und Immobilienberatung mit Fokus auf kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Seit der Gründung im Jahr 1999 hat Acxit nach eigenen Angaben fast 500 Transaktionen begleitet.

„Wir werden uns weiterhin auf diese Sektoren konzentrieren und uns nicht ablenken lassen, indem wir in neue Branchen oder neue Geschäftsfelder vordringen”, sagte Guillaume. Einen Einbruch der M&A-Aktivitäten sieht er trotz Zins- und Rezessionssorgen nicht: „Ja, die Finanzierungskosten steigen, aber viele Unternehmen sind auch viel besser aufgestellt als noch vor zwei oder drei Jahren.“

Verstärkt hatte sich Stifel in den vergangenen Jahren nicht nur durch Zukäufe, sondern auch durch gezielte Neueinstellungen. So kam vergangenen Herbst Adrian Pehl von der Commerzbank AG für die Analyse von kleineren und mittelgroßen deutschen Unternehmen an Bord.

Veränderungen gibt es derweil nicht nur in Frankfurt, sondern auch in Zürich, wo Acxit mit einem kleinen Team vertreten ist. Dieses wird in die dortigen Stifel-Büros umziehen, wie Guillaume ebenfalls ankündigte.

Unabhängig vom Standort ist Guillaume ein Fan von Arbeit in der Bank. „Wir schätzen das Büro”, sagte er. Zugleich müsse man beim Thema Homeoffice dieser Tage flexibel sein. „Ich denke, dass mindestens drei Tage pro Woche im Büro in den meisten Fällen funktionieren.”