Katastrophenschäden

Stürme lasten schwer auf Rück­versicherern

Naturkatastrophen haben in diesem Jahr bisher zu sehr hohen Schäden geführt. Knapp die Hälfte werden von Erst- und Rückversicherern getragen.

Stürme lasten schwer auf Rück­versicherern

tl Frankfurt

115 Mrd. Dollar an versicherten Schäden entstanden bisher in diesem Jahr durch Naturkatastrophen. Das lag in erster Linie am Hurrikan „Ian“, der allein für nach ersten Schätzungen 50 bis 65 Mrd. Dollar verantwortlich sein dürfte, teilte das Swiss Re Institute gestern mit. Die wirtschaftlichen Schäden betrugen nach vorläufigen Schätzungen etwa 100 Mrd. Dollar, hieß es ebenfalls gestern von der Munich Re. Davon würden etwa 60 Mrd. Dollar von privaten Versicherern getragen.

„2022 setzt den Trend zuletzt ansteigender Schäden aus US-Hurrikanen fort“, sagt Ernst Rauch, Chefklimatologe von Munich Re. „Zudem: Ein einzelner Sturm wie ,Ian‘ reicht für immense Schäden. Das ist natürlich nicht neu, aber wichtig. Denn genau solche Hurrikane wie ,Ian‘ werden künftig durch den Klimawandel häufiger auftreten: besonders starke Stürme mit extremen Niederschlägen.“ Zum Wirbelsturm „Ian“ kamen die Winterstürme in Europa, die Überschwemmungen in Australien und Südafrika sowie die Hagelstürme in Frankreich und den USA hinzu. Die versicherten Schäden sind nach Schätzungen der zum Rückversicherer Swiss Re gehörenden Forschungseinrichtung die zweithöchsten überhaupt nach Hurrikan „Katrina“ im Jahr 2005.

Die Winterstürme in Europa im Februar verursachten versicherte Schäden von geschätzt mehr als 3,7 Mrd. Dollar. Die sintflutartigen Regenfälle in Australien im Februar und März führten zu großen Überschwemmungen und waren mit 4 Mrd. Dollar nach aktuellen Schätzungen die teuerste Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes.

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