Flutschäden

Unwetter ruft Förderbanken auf den Plan

Kaum gingen die Bilder von zerstörten Häusern und tobenden Wassermassen um, lancierten die Landesförderbanken in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erste Hilfen. Auch die KfW bereitet sich vor.

Unwetter ruft Förderbanken auf den Plan

ab/jsc Köln/Frankfurt – Angesichts der schweren Schäden durch Unwetter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz haben die Förderbanken der beiden Länder ihre Programme angepasst: Während die NRW.Bank bis Jahresende die Zinssätze für die Programme Universalkredit und Gebäudesanierung „ab sofort“ stark reduziert, stellt die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) für Kunden, die von der Flutkatastrophe betroffen sind, Zins- und Tilgungsstundungen in Aussicht, wie die Institute jeweils am Freitag mitgeteilt haben.

In Nordrhein-Westfalen können sich gewerbliche Antragsteller etwa für den Ersatz für durch die Unwetter beschädigte Maschinen oder für Aufräumarbeiten bis zu einem Betrag von 2 Mill. Euro Kredite mit einer Verzinsung ab 0,01% jährlich besorgen. Im Programm Gebäudesanierung wiederum vergibt die Bank Kredite von bis zu 75000 Euro an Privatpersonen, und zwar für alle Laufzeiten zu 0,01%. In Rheinland-Pfalz können Zins- und Tilgungsstundungen für Programme der Wohnraumförderung beantragt werden, während die Bank für gewerbliche Kredite eine Tilgungsaussetzung – aber keine Zinsstundung – zunächst bis Mitte 2022 ermöglicht.

Auch die KfW und die Landwirtschaftliche Rentenbank erwägen als bundesweit agierende Banken Hilfen. Die KfW tausche sich dazu mit dem Bundeswirtschaftsministerium aus, sagte eine Sprecherin. Nach dem Oder-Hochwasser 2002 hatte die Kreditanstalt 78 Mill. Euro bereitgestellt, während sie 2013 bis zu 100 Mill. Euro für ein Not-Programm reserviert hat. Die Rentenbank eruiert mit dem Deutschen Bauernverband die Situation der Landwirte.