Finanzmarktkalender20. November

Aktionäre entscheiden über MSC-Offerte für HHLA

Am Montag endet um 24 Uhr die erste Frist zur Annahme der MSC-Offerte für einen Einstieg des Reederei-Konzerns bei dem Hamburger Hafenlogistikunternehmen HHLA. Das Management unterstützt das Angebot, der Betriebsrat lehnt es ab. Über den Deal entscheiden muss letztlich die Hamburger Bürgerschaft.

Aktionäre entscheiden über MSC-Offerte für HHLA

ste Hamburg

20. November

Frist der MSC-Offerte für HHLA läuft ab

Seit dem 13. September ist bekannt, dass sich der Reederei-Konzern MSC mit einem Anteil von 49,9% an dem Hamburger Hafenlogistikunternehmen HHLA beteiligen will, am kommenden Montag endet um 24 Uhr die erste Frist für die Aktionäre zur Annahme des Angebots. Vorstand und Aufsichtsrat der HHLA, an der die Stadt Hamburg mehrheitlich beteiligt bleiben, ihren Anteil aber von 69 auf 50,1% reduzieren will, unterstützen die Annahme der Offerte. Auf Ablehnung stößt der Plan vor allem bei den HHLA-Beschäftigten. Der Konzernbetriebsrat appelliert an das Parlament des Stadtstaats Hamburg, dem Deal nicht zuzustimmen.

Betriebsrat lehnt Angebot ab

Es sei strategisch fragwürdig, sich von einem einzelnen Reederei-Konzern abhängig zu machen, erklären die HHLA-Arbeitsnehmervertreter. Dessen Mitwirken könnte potenziell Kundschaft verprellen und dessen Verhältnis zur Mitbestimmung einen negativen Einfluss auf Motivation und Einsatzbereitschaft der Beschäftigten haben. Es bestehe die Gefahr, dass MSC in Zukunft darauf hinwirken könnte, Konzernteile der HHLA abzubauen, herauszulösen oder abzustoßen. Dies könne zulasten der Belegschaft oder auch der wirtschaftlichen Stärke der HHLA gehen. Zudem betont der Betriebsrat, eine weitsichtige politische Strategie hinsichtlich der Zukunft der HHLA, des Hamburger Hafens und der deutschen Hafenwirtschaft zu vermissen.

Nachdem die überraschende Bekanntgabe der Einstiegspläne von MSC anfänglich auch Kritik bei Logistikunternehmern wie dem Hamburg nahestehenden Hapag-Lloyd-Aktionär Klaus-Michael Kühne hervorgerufen und dieser über ein mögliches Gegenangebot gesprochen hatte, deutet sich inzwischen eine Verbindung Hamburgs mit MSC immer mehr an. In ihrer am 6. November veröffentlichten Stellungnahme heben Vorstand und Aufsichtsrat der HHLA hervor, erweiterte Zusagen in Gesprächen mit der Stadt und dem in Genf ansässigen Reederei-Konzern für die langfristige Entwicklung des Hafenkonzerns erreicht zu haben. Begrüßt wird vor allem eine Bestätigung der Investitionsplanung für die nächsten Jahre und eine zusätzliche Eigenkapitalzusage von 450 Mill. Euro. Zudem seien wichtige Zusicherungen für die Beschäftigten festgelegt worden.

Bank hält Preis für angemessen

Die Hamburger Wirtschaftsbehörde verweist darauf, dass eine unabhängige Bank – Citigroup – das MSC-Angebot von 16,75 Euro je HHLA-A-Aktie als angemessenen Preis bewertet habe. Als weitere Annahmefrist sieht die MSC-Angebotsunterlage den Zeitraum vom 24. November bis 7. Dezember, 24 Uhr, vor.

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