Bondanleger steuern sichere Häfen an
Anleihen
Bondanleger steuern
sichere Häfen an
Knot sieht EZB noch längst nicht am Ziel
kjo Frankfurt
Angesichts der geopolitischen Unsicherheiten, die durch die anhaltenden Kämpfe im Nahen Osten weiter angeheizt werden, haben die Anleger zur Wochenmitte die sicheren Häfen angesteuert, wozu auch die Bundesanleihen gehören. Die zehnjährige Bundrendite fiel bis auf das Tagestief 2,70% nach 2,78% am Vorabend. Im späten Handel wurden 2,73% gesehen.
Unterstützung bekam der Markt zudem durch die jüngsten Inflationsdaten aus Deutschland. Kaum noch steigende Energiepreise drückten die deutsche Inflationsrate im September auf den niedrigsten Stand seit Beginn des russischen Krieges gegen die Ukraine. Die Verbraucherpreise legten um 4,5% zum Vorjahresmonat zu, nach 6,1% im August, wie das Statistische Bundesamt eine frühere Schätzung bestätigte. Trotz Fortschritten beim Kampf gegen die Inflation ist die EZB laut dem niederländischen Notenbankchef Klaas Knot noch längst nicht am Ziel. "Wir haben noch einen langen und steinigen Weg vor uns", so Knot auf einer Konferenz in Marrakesch. Die Geldpolitik sei derzeit in einer guten Position. Es gebe eine "glaubwürdige Perspektive", dass die Inflationsrate 2025 den EZB-Zielwert von 2% erreiche. Doch werde die EZB wachsam bleiben. Sie sei bereit, die Zinssätze noch stärker anzupassen, sollte der Rückmarsch der Inflation ins Stocken geraten.