Bondmärkte

Bundrenditen setzen Abstieg fort

Die Renditen der Bundesanleihen sind am Dienstag weiter gefallen. Immer mehr Anleger gehen von einem Wirtschaftsabschwung im kommenden Jahr aus, was die fallenden Bundrenditen derzeit begründet.

Bundrenditen setzen Abstieg fort

Anleihen

Bundrenditen setzen Abstieg fort

Zehnjahressatz der Eurozonen-Benchmark-Papiere fällt unter 2,50 Prozent

kjo Frankfurt

Am Dienstag hat sich der Abstieg der Renditen der Bundesanleihen fortgesetzt. Immer mehr Anleger gehen derzeit davon aus, dass es im kommenden Jahr zu einer Konjunkturabschwächung kommen wird. Und diese konjunkturelle Abkühlung wird die Notenbanken weltweit zu einem Gegensteuern in der Zinspolitik bewirken, so die Einschätzung. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe unterschritt die Marke von 2,50% und fiel bis auf ein Tagestief von 2,49% und war im späten europäischen Handel weiterhin auf diesem Niveau (Vortag: 2,55%).

Neue Signale

Zinssignale kamen am Dienstag auch aus den USA. Fed-Direktor Christopher Waller sieht die Notenbank mit dem derzeitigen Zinsniveau gut gerüstet für den Kampf gegen die Inflation. „Ich bin zunehmend zuversichtlich, dass die Politik derzeit gut positioniert ist, um die Wirtschaft zu bremsen und die Inflation wieder auf zwei Prozent zu bringen“, erklärte Waller am Dienstag. Die Inflation sei jedoch noch immer zu hoch. Und es sei noch zu früh, um abzuschätzen, ob die Verlangsamung der Inflation anhalten werde. „Daher kann ich nicht mit Gewissheit sagen, ob der Offenmarktausschuss genug getan hat, um Preisstabilität zu erreichen“, fügte er hinzu. Der für die Zinspolitik zuständige Offenmarktausschuss der Fed hat die Zinsen auf zwei Sitzungen in Folge nicht angetastet. Die Währungshüter hielten den geldpolitischen Schlüsselsatz Anfang des Monats in der Bandbreite von 5,25 bis 5,50% und ließen sich die Option einer künftigen Erhöhung zugleich offen. An den Terminmärkten wird allerdings damit gerechnet, dass es nicht mehr dazu kommt.

Dazu passt, dass Fed-Chef Jerome Powell signalisiert hat, dass die Notenbank nach der zurückliegenden aggressiven Erhöhungsserie nun vorsichtiger agieren könne. Den Währungshütern spielt dabei in die Hände, dass der Preisauftrieb in den USA nachgelassen hat. Die Inflationsrate sank im Oktober auf 3,2 nach 3,7% im September. Die Zentralbank strebt einen Wert von 2% an, der für die Wirtschaftsentwicklung als ideal gilt. Der Chef des Fed-Bezirks Chicago, Austan Goolsbee, sieht die Gesamtinflation in einem rasanten Sinkflug. Insgesamt seien Fortschritte bei der Inflation außerhalb des Lebensmittelsektors gemacht worden.

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