Bondmärkte

Bundrenditen fallen erneut zurück

Erneut sind die Bundrenditen zurückgegangen. Negative Konjunktursignale kamen von der US-Industrie. Die EZB gab indes keine Entwarnung in Sachen Teuerungsentwicklung.

Bundrenditen fallen erneut zurück

Anleihen

Bundrenditen fallen erneut zurück

US-Industrie zieht weniger Aufträge an Land – EZB-Vize de Guindos: Keine Inflationsentwarnung

kjo Frankfurt

An den europäischen Anleihemärkten ist es zum Auftakt der neuen Woche nur kurzzeitig zu steigenden Renditen der Bundesanleihen gekommen. Dann setzte sich der Trend zu tieferen Renditeniveaus wieder durch. Die zehnjährige Bundrendite, die am Freitag noch bei 2,36% gelegen hatte, fiel bis auf ein Tagestief von 2,31% und war im späten europäischen Handel mit um die 2,32% nur geringfügig über dem Tagestief. Auch am langen Ende der Bundkurve gaben die Sätze nach. Die 30-jährige Bundrendite ging von 2,64% am vergangenen Freitag bis auf ein Tagestief von 2,56% zurück und lag im späten Geschäft dann bei 2,57%.

Bondanleger stellen sich darauf ein, dass es zu einem konjunkturellen Abschwung in den nächsten Monaten kommt, auf den die Notenbanken Fed und Europäische Zentralbank (EZB) dann mit einem geldpolitischen Gegensteuern reagieren müssen. Negative Wirtschaftssignale kamen erneut aus den USA. Dort zog die US-Industrie im Oktober spürbar weniger Aufträge an Land. Die Bestellungen gingen im Vergleich zum Vormonat um 3,6% zurück, wie das Handelsministerium mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten lediglich mit einem Minus von 2,8% gerechnet, nach abwärts revidiert plus 2,3% im September. Die US-Industrie hatte ihre Talfahrt auch im November fortgesetzt. Der Einkaufsmanagerindex für den Sektor verharrte auf dem Vormonatswert von 46,7 Zählern, wie die Firmenumfrage des Institute for Supply Management (ISM) zeigte.

Von der EZB kamen indes keine Entspannungssignale in Sachen Zinsentwicklung. Trotz des stark abebbenden Inflationsdrucks gibt es laut EZB-Vizepräsident Luis de Guindos noch keinen Grund zur Entwarnung. Die jüngsten Inflationsdaten seien "gute Nachrichten" und eine "positive Überraschung" gewesen, sagte der Spanier am Montag. Doch sei es noch zu früh, den Sieg im Kampf gegen die Teuerung auszurufen. Die Inflation im Euroraum war im November auf 2,4% gesunken, nach 2,9% im Oktober. Damit kommt das Inflationsziel der EZB von 2% Teuerung immer mehr in Reichweite. Am Finanzmarkt wird bereits mit einer ersten Zinssenkung im April nächsten Jahres gerechnet.

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