Kryptowährungen

Bitcoin und Ether auf Allzeithoch

Bitcoin ist am Dienstag erstmals über die Marke von 68000 Dollar geklettert, auch Ether erreichte ein Allzeithoch. Auftrieb erhalten die Cyberdevisen unter anderem durch die um sich greifende Inflation.

Bitcoin und Ether auf Allzeithoch

Die führenden Digitalwährungen haben ihre Rally am Dienstag fortgesetzt und Rekordstände markiert. Bitcoin kletterte auf der Handelsplattform Bitstamp am Morgen erstmals über die Marke von 68000 Dollar und notierte zeitweise mit einem Plus von 3,8% auf 68520 Dollar – am Abend lag sie dann noch mit einem Plus von 0,5 % auf 57 657 Dollar. Die nach Marktkapitalisierung zweitgrößte Cyberdevise Ether, die bereits am Vortag auf ein Allzeithoch geklettert war, verbesserte diesen Wert noch einmal und lag in der Spitze mit einem Plus von 2% auf 4828 Dollar – und lag am Abend um 0,5 % verbessert auf 4 792 Dollar.

Die Kryptowährungen profitieren laut Analysten von der anziehenden Teuerung, da sie unter Marktteilnehmern aufgrund ihrer zentralbankunabhängigen Natur als Möglichkeit zur Inflationsabsicherung gelten. Die Gesamtmenge von Bitcoin ist per Protokoll auf 21 Mill. Einheiten begrenzt, von denen die letzte voraussichtlich im Jahr 2140 geschürft wird – und auch Ether hat durch Umstellungen des Ethereum-Netzwerks in den vergangenen Monaten einen deflationäreren Charakter erhalten. Denn seit dem Anfang August eingespielten Upgrade EIP 1559 wird ein Teil der Ether-Einheiten, die bei Transaktionen über die Blockchain als Entlohnung an die dort aktiven Miner gingen, vernichtet. Eine Angebotsverknappung ist die Folge.

Zudem verweisen Analysten darauf, dass die rekordtiefen Realzinsen riskante Assets attraktiver erscheinen lassen, was Kryptowährungen Zulauf beschere. Tatsächlich sind Produkten, die digitale Assets abbilden, laut dem Vermögensverwalter 8,9 Mrd. Dollar zugeflossen, was bereits jetzt deutlich über dem Vorjahreswert von 6,7 Mrd. Dollar liegt.

Die Einführung von Bitcoin-ETFs in den USA hat dem Markt dabei kürzlich noch einmal gewaltigen Schwung verliehen. Lange hatten Krypto-Befürworter eine Zulassung der US-Börsenaufsicht SEC für Exchange Traded Funds auf Bitcoin herbeigesehnt, da sie sich durch die Existenz regulierter Finanzprodukte in bewährter Form einen verstärkten Zulauf durch Privatanleger, vor allem aber durch institutionelle Investoren aus der Mitte der Wirtschaft erhofften. Die SEC hatte Anträge auf Vehikel, die Bitcoin direkt abbilden, allerdings wiederholt abgeschmettert – im Oktober fanden dann Futures-basierte ETFs die Zustimmung der Börsenaufsicht. Diese gibt Produkten mit Terminkontrakten als Underlying den Vorzug, da sie sich von diesen einen höheren Investorenschutz verspricht. Nun setzen Marktteilnehmer darauf, dass auch Futures-basierte Ether-ETFs in den USA bald den Handel aufnehmen.

Allerdings warnen Beobachter weiterhin vor der hohen Volatilität am Kryptomarkt. Zwischen Anfang Mai und Ende Juli halbierte Bitcoin seinen Kurs und rutschte zwischenzeitlich unter die Marke von 30000 Dollar, nachdem China seine Regulierungskampagne gegen Cyberdevisen verschärft hatte und Nachhaltigkeitsbedenken aufgrund des hohen Energieverbrauchs von Bitcoin-Mining verstärkt in den Fokus gerückt waren. Nun hat auch die Federal Reserve davor gewarnt, dass Risikoassets anfällig für gefährliche Kursstürze seien, sollte sich die wirtschaftliche Gesamtlage und damit auch das Marktsentiment eintrüben.

Tatsächlich treiben nicht nur Hoffnungen auf eine stärkere Adaption durch Mainstream-Anleger, sondern auch wilde Spekulationen den Kryptomarkt weiterhin an. Dabei spielt auch Tesla-Chef Elon Musk wiederholt eine Rolle. Die Twitter-Follower des Multimilliardärs stimmten zuletzt dafür, dass er 10% seiner Anteile an Tesla verkaufen solle – Musk will sich an das Votum halten. Nun baut sich unter Krypto-Bullen die Erwartung auf, dass der reichste Mann der Welt die Erlöse aus dem Verkauf in Cyberdevisen stecken könnte.

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