Ausblick

Börse vor starken Zahlen

In der kommenden Woche kommt die Berichtssaison zum dritten Quartal richtig in Fahrt. Am Mittwoch dürfte die Deutsche Börse sehr gute Zahlen veröffentlichen.

Börse vor starken Zahlen

Von Werner Rüppel, Frankfurt

In der kommenden Woche gewinnt vor allem die Berichtssaison in den USA und in Europa an Fahrt. Zwar gibt es auch einige Konjunkturdaten wie die ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag und das Beige Book der Fed am Mittwoch. Ebenfalls am Mittwoch stehen die britischen Verbraucherpreise vom September und am Donnerstag Erzeugerpreise in Deutschland vom September an, die erneut mit einer sehr hohen Jahresrate ansteigen dürften.

Doch stehen die nächsten Leitzinserhöhungen der EZB und der Fed erst später an. So wird erwartet, dass die EZB ihren Leitzins am 27. Oktober um 75 Basispunkte anhebt. Und auch die Fed dürfte aufgrund der hartnäckigen US-Inflation dann am 2. November um 75 Basispunkte straffen. Vor diesem Hintergrund könnte sich der massive Renditeanstieg an den Anleihemärkten durchaus fortsetzen. Wobei manche Marktteilnehmer aber auch mit einer gewissen Entspannung nach dem jüngsten scharfen Renditeanstieg rechnen. Analysten haben bereits vorgerechnet, dass sich in diesem Jahr der größte Bondcrash aller Zeiten bereits ereignet hat. Und aufgrund von möglichen Schieflagen großer Investoren kann dies zu massiven Turbulenzen führen. So bereits geschehen im Fall der britischen Pensionsfonds, die die Bank of England durch Gilts-Ankäufe stabilisieren musste.

Die Berichtssaison wird darüber Auskunft geben, inwieweit die einzelnen Unternehmen sich in dem derzeit ungemein schwierigen Um­feld behaupten können. Ein Fels in der Brandung ist die Aktie der Deutschen Börse, die in diesem Horrorjahr für Aktien zulegen und dabei zusammen mit RWE die beste Performance im Dax einfahren konnte. Am Mittwoch berichtet die Deutsche Börse über ihr drittes Quartal und dürfte dabei erneut sehr gute Zahlen vorlegen. Dabei geht der Analystenkonsensus von einer Steigerung der Erlöse um 21,6% auf 1,019 Mrd. Euro und einem Anstieg des Ebitda um 18% auf 590 Mill. Euro aus.

Während die Börse also liefern dürfte, ist dies natürlich bei anderen Gesellschaften durchaus fraglich. Am Mittwoch berichten auch ASML, IBM, Nestlé, Procter & Gamble, Sartorius und Tesla. Am Dienstag veröffentlichen u.a. FlatexDegiro, Goldman Sachs, Johnson & Johnson sowie Netflix ihre Eckdaten. Da auch etliche weitere Gesellschaften be­richten, ist die Zahlenflut in der kommenden Woche immens.

Die Spannungen an den Kapitalmärkten sind derzeit groß und spannend bleibt es vor allem nach der Entlassung von Finanzminister Kwasi Kwarteng in Großbritannien. Eines ist dabei klar: Die Märkte werden auf die Beschlüsse der Regierung und die der Bank of England reagieren.

Die Aktienmärkte sind zuletzt regelrecht Achterbahn gefahren. Dies zeigt, dass viele Investoren unsicher sind, wie es nach den deutlichen Kursverlusten und den Belastungen auf der Zinsseite weitergeht. Vor allem auch aufgrund des monetären Faktors rät der erfahrene Vermögensverwalter Jens Ehrhardt, weiterhin vorsichtig zu agieren.

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