Rohstoffe

Brent-Ölpreis gibt nach

Ein deutlicher Anstieg der amerikanischen Lagerbestände an Benzin hat am Donnerstag den Ölpreis unter Druck gesetzt. Die Notierung der wichtigsten Nordseesorte Brent Crude ermäßigte sich um 0,7% auf 62,71 Dollar je Barrel.

Brent-Ölpreis gibt nach

ku Frankfurt

Ein deutlicher Anstieg der amerikanischen Lagerbestände an Benzin hat am Donnerstag den Ölpreis unter Druck gesetzt. Die Notierung der wichtigsten Nordseesorte Brent Crude ermäßigte sich um 0,7% auf 62,71 Dollar je Barrel. US-Leichtöl­ der Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um 1% auf 59,16 Dollar. Am Vorabend hatte die Energy Information Administration der US-Regierung mitgeteilt, dass die Lagerbestände in den USA an Benzin im Vergleich zur Vorwoche um 4 Mill. Barrel gestiegen sind.

Nach Einschätzung der Rohstoffanalysten der Commerzbank ist dieser Anstieg der Bestände aber wohl nicht auf eine schwächere Nachfrage, sondern auf eine höhere Raffinerieauslastung zurückzuführen. Analyst Eugen Weinberg verweist darauf, dass die implizite Benzinnachfrage mit 9,6 Mill. Barrel pro Tag (bpd) so hoch ist wie schon seit sechs Monaten nicht mehr. Zudem sind in der vergangenen Woche die Lagerbestände an Rohöl um 3,5 Mill. bpd gesunken. Nach Einschätzung Weinbergs wirkt der Ölpreis derzeit trotz positiver Impulse von Aktien und Devisen eher kraftlos. Der Brent-Ölpreis schaffe es nicht, nachhaltig über 63 Dollar je Barrel zu steigen. Der WTI-Preis pralle erneut von der wichtigen Marke von 60 Dollar ab.

Nach Meinung Weinbergs hat sich das fundamentale Bild aber etwas aufgehellt. So habe sich der Verdacht auf einen erneuten Preiskrieg innerhalb der „Opec plus“ nicht bestätigt. Im Gegenteil habe Saudi-Arabien den Aufschlag für seine Lieferungen nach Asien weiter erhöht. Diese befänden sich mittlerweile auf dem höchsten Stand seit März vergangenen Jahres, was auch auf eine robuste Nachfrage aus Asien hindeutet. Auch scheine die Einschätzung des Kartells hinsichtlich der US-Produktion zu stimmen, die sich trotz sehr hoher Preise nur langsam erhole. Auf die amerikanische Ölbranche kämen ohnehin härtere Zeiten zu. So werde die neue amerikanische Regierung die Exploration auf bundeseigenem Land einschränken und auch die Subventionen für Ölfirmen streichen. Außerdem hat der Internationale Währungsfonds IWF dieser Tage eine positive Konjunkturprognose für das laufende Jahr abgegeben. Er rechnet nun mit einem weltweiten Wirtschaftswachstum um 6%, ein Wert, den es zuletzt in den 1970er Jahren gegeben hat.

Kupfer-Notierung legt zu

Die sich aufhellenden konjunkturellen Perspektiven haben am Donnerstag unter anderem den Kupferpreis gestützt. An der London Metal Exchange (LME) legte er um 1% auf 9004 Dollar je Tonne zu. Händlern zufolge deutet das relativ hohe Preisniveau auf einen nach wie vor engen Markt hin.