Rohstoffe

Brent-Ölpreis steigt kräftig

Die Aussicht auf eine höhere Ölnachfrage aus China aufgrund einer erhofften Lockerung der Null-Covid-Politik hat am Dienstag für einen deutlichen Anstieg des Ölpreises gesorgt.

Brent-Ölpreis steigt kräftig

ku Frankfurt

Die Hoffnung auf eine Lockerung der chinesischen Null-Covid-Politik hat am Dienstag für einen deutlichen Anstieg des Ölpreises gesorgt. Die wichtigste Nordseesorte Brent Crude verteuerte sich in der Spitze um 3%, nachdem Marktteilnehmer auf eine höhere Erdölnachfrage aus der Volksrepublik spekulierten. Am Abend wurde Brent-Öl dann zu 85,03 Dollar je Barrel gehandelt, ein Anstieg von 2,2% gegenüber Vortag. US-Leichtöl der Sorte West Texas Intermediate legte um 2,3% auf 79,04 Dollar zu.

In China kam es über das Wochenende zu Demonstrationen gegen die Gesundheitspolitik der Regierung. Zudem gab es Meldungen, dass seitens der Regierung über zusätzliche Maßnahmen wie eine beschleunigte Impfung älterer Bürger nachgedacht wird, um so Lockdown-Maßnahmen künftig unnötig machen zu können. Den Ölpreis trieb ebenso die Befürchtung an, dass eine ausbleibende Einigung auf eine Preisobergrenze durch die Europäische Union automatisch zu einem Einfuhrverbot von per Tanker transportiertem russischen Öl in die EU führen könnte. Dadurch könnte dem Weltmarkt eine größere Menge des Energieträgers entzogen werden, was den Preis stark antreiben könnte. So meldeten Nachrichtenagenturen, die meisten Regierungen der EU-Mitgliedsländer träten für eine Preisobergrenze von 65 bis 70 Dollar je Barrel ein. Polen bestehe jedoch auf 30 Dollar.

Dass der Ölpreis am Abend wieder etwas nachließ, führten Marktteilnehmer auf Berichte der Nachrichtenagentur Reuters zurück, gemäß denen das Kartell Opec plus die Förderquoten bei seiner nächsten Sitzung Anfang Dezember auf dem aktuellen Niveau belassen wolle. Bislang waren viele Marktteilnehmer davon ausgegangen, dass die Opec plus mit Blick auf die schwache Nachfrage aus China die Produktion einschränken könnte.

Der Preis für Erdgas am europäischen Spotmarkt legte leicht zu. Der Dezemberkontrakt wurde am Abend zu 133 Euro je Megawattstunde gehandelt, ein Anstieg gegenüber Vortag von 7,9%. Die Bekanntgabe eines langfristigen Liefervertrags mit Katar spielte für den Markt praktisch keine Rolle.

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