Britisches Pfund neigt zur Schwäche
kjo Frankfurt – Zunehmende Zweifel an einem Brexit-Abkommen in letzter Minute haben zum Wochenauftakt das britische Pfund belastet. Die Währung fiel bis auf 1,2288 Dollar, konnte sich später aber von diesem Tief ein wenig absetzen. Im späten europäischen Handel kostete das Pfund dann noch 1,2316 Dollar und damit 0,1 % weniger als am Freitag.Die Anleger müssen sich in dieser und der kommenden Woche auf eine Achterbahnfahrt beim Pfund einstellen, so Rabobank-Anlagestrategin Jane Foley zur Nachrichtenagentur Reuters. Vor dem EU-Gipfel in der kommenden Woche gebe es nur noch ein Fünkchen Hoffnung auf eine Einigung auf einen geregelten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Die Experten der ING schätzen die Wahrscheinlichkeit einer rechtzeitigen Einigung auf 10 bis 15 %. Danach gehe es um die Frage, ob der zum 31. Oktober geplante EU-Austritt erneut verschoben werden, erklärten sie weiter.Sollten sich die EU und Großbritannien nicht auf ein Austrittsabkommen einigen, ist der britische Premierminister Boris Johnson eigentlich durch ein Gesetz verpflichtet, eine Verschiebung des Brexit zu beantragen. Einem Bericht des “Daily Telegraph” zufolge erwägt Johnson jedoch, dieses Gesetz vor dem obersten Gerichtshof überprüfen zu lassen. In Gesprächen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron beharrte der Premierminister auf einen EU-Austritt noch im Oktober. “Das Vereinigte Königreich hat ein großes wichtiges Angebot gemacht, aber es ist an der Zeit, dass die EU-Kommission auch Kompromissbereitschaft zeigt”, so ein ranghoher Regierungsvertreter zu Reuters. “Wenn nicht, wird das Vereinigte Königreich ohne Abkommen gehen.”Wegen Hinweisen auf einen möglicherweise unmittelbar bevorstehenden Militäreinsatz im Nachbarland Syrien, zogen sich die Anleger aus der türkischen Lira zurück. Für einen Dollar mussten im späten Geschäft 5,8088 Lira bezahlt werden. Das waren 2 % mehr als am Freitag. Zeitweise kostete ein Dollar 5,8151 Lira.Im Norden Syriens verdichteten sich die Hinweise auf einen Militäreinsatz der Türkei gegen die Kurden-Miliz YPG. US-Truppen räumten Beobachtungsposten in dem Grenzgebiet zur Türkei, wie ein US-Regierungsvertreter und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mitteilten. Erdogan erklärte am Montag, der Schritt folge auf sein Telefonat mit US-Präsident Donald Trump, in dem über die von beiden Seiten vereinbarte Sicherheitszone in dem Bürgerkriegsland beraten worden sei. Erdogan zeigte sich verärgert darüber, dass der Aufbau der Zone nicht vorankomme. Das Präsidialamt in Washington erklärte, die USA würde sich nicht an dem von der Türkei geplanten Militäreinsatz beteiligen und ihn auch nicht unterstützen.Ruhig ging es im Euro-Dollar-Segment zu. Die Gemeinschaftswährung lag abends bei 1,0982 Dollar. Das waren 0,1 % mehr als am vorigen Freitag.