Aktienmarkt

Der Dax kommt nicht vom Fleck

Ein Pharmakonzern und ein Autobauer mussten am Montag Abschläge hinnehmen. Dagegen beflügelte ein Großauftrag den Batteriehersteller Varta.

Der Dax kommt nicht vom Fleck

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Dax kommt nicht vom Fleck

Merck KGaA und Volkswagen mit deutlichen Abschlägen – Großauftrag beflügelt Varta

tom Frankfurt

Der deutsche Leitindex ist mit weiteren Verlusten in die neue Woche gestartet, konnte diese aber bis zum Abend wieder aufholen. Zum Handelsschluss notierte der Dax bei 14.801 Zählern kaum verändert. Bereits in der Vorwoche war der Index unter die runde Marke von 15.000 Punkten auf ein Siebenmonatstief gefallen. Auch der MDax ( 0,1% auf 24.080 Punkte) notierte kaum verändert, der Euro Stoxx 50 ( 0,4% auf 4.042 Zähler) legte zu.

Die Aktienmärkte werden weiter von Befürchtungen über eine Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der Terrororganisation Hamas belastet. Auch die anhaltend hohen Renditen am US-Anleihemarkt schlugen auf die Kauflust und belasteten nicht zuletzt Immobilienwerte.

Im Dax fielen die Papiere von Volkswagen zeitweise auf den tiefsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Der Wolfsburger Autokonzern hatte am Freitag nach Börsenschluss vorläufige Zahlen für das dritte Quartal veröffentlicht und dabei angesichts der Entwicklung an den Rohstoffmärkten das Gewinnziel für 2023 reduziert. Bei Handelsschluss notierte die VW-Vorzugsaktie 0,9% tiefer bei 102,24 Euro. Auch die Papiere der Sportwagentochter Porsche AG verloren 1,2% auf 88,02 Euro.

Stärker noch fiel am Dax-Ende die Aktie der Merck KGaA, die am Montag den tiefsten Stand seit Mai 2021 markierte. J.P. Morgan verwies in einer aktuellen Analyse auf Studiendaten zu Konkurrenzprodukten zur Behandlung von Blasenkrebs. Diese hätten die Risiken mit Blick auf das Merck-Medikament Bavencio bestätigt. Bis zu 50% dieser Erlöse könnten 2027 wegfallen. Merck-Titel zählen schon seit Jahresanfang zu den schwächsten Werten im Dax und verloren am Montag weitere 2,7% auf 144,85 Euro.

Im MDax setzten die Titel von Dürr ihre Talfahrt vom Freitag mit einem Minus von 3,5% auf 19,14 Euro fort. Analyst Nicolai Kempf von Deutsche Bank Research stufte die Papiere des Anlagenbauers von "Buy" auf "Hold" ab und senkte das Kursziel von 45 auf 25 Euro. Auch die Analysten der Investmentbank Oddo BHF stuften die Aktie herunter.

Dagegen profitierte die Aktie von Varta von neuen Spekulationen über einen Großauftrag von Apple. Der Chef des Batterieherstellers, Markus Hackstein, sprach in einem Interview von Lieferungen an einen wichtigen Großkunden, "der zuvor die Abrufe seiner Aufträge zurückgestellt" habe. Die Papiere zogen an der SDax-Spitze um 6,3% auf 19,33 Euro an.

Auch die Titel von Atoss gehörten am Montag zu den Gewinnern am Aktienmarkt. Der Softwarespezialist legte im dritten Quartal bei Umsatz und Gewinn weiter zu und zeigt sich nun zuversichtlich, seinen erst im Juli erhöhten Jahresausblick leicht zu übertreffen. Die Aktie gewann 2,5% auf 207 Euro.