Ausblick

Höhepunkt der HV-Saison

Mit Henkel und Deutscher Telekom beginnt die Hauptsaison der Hauptversammlungen, die bis Mitte Mai dauert.

Höhepunkt der HV-Saison

Von Wolf Brandes, Frankfurt

Die Aktionäre haben Grund zur Freude. Es geht von einer Dividendenparty zur nächsten. Am kommenden Donnerstag steht den Nestlé-Aktionären der Dividendensegen ins Haus. Der Nestlé-Verwaltungsrat will 7,9 Mrd. sfr ausschütten. Die Jahresversammlung findet dabei online statt. Am selben Tag steht die Hauptversammlung der Deutschen Telekom auf dem Plan. Am Montag findet die Online-HV von Henkel statt. Mit den beiden Dax-Unternehmen be­ginnt die Hauptsaison der Hauptversammlungen. In den kommenden sieben Wochen treffen sich Aktionäre von 31 der 40 Dax-Unternehmen. Einer der Nachzügler ist Linde mit der HV am 25. Juli. Bedingt durch ein abweichendes Geschäftsjahr gab es die Versammlungen unter anderem von Siemens und Infineon schon im Februar.

Ungeachtet der aktuellen geopolitischen Unsicherheit wird die Dax-Dividendensumme in der laufenden Saison um 47% auf 50 Mrd. Euro steigen, so die Commerzbank. Für das erste Coronajahr 2020 war die Summe mit 34 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben. Der Anstieg für 2021 dürfte darauf zurückzuführen sein, „dass im Dax mittlerweile 40 statt 30 Unternehmen enthalten sind. Doch auch für den alten Dax würde die Dax-Dividendensumme um 36% steigen“, schreibt die Bank. Auf Branchenebene wird der Autosektor eine Gesamtausschüttung von 13,8 Mrd Euro verbuchen, nach 5,1 Mrd Euro 2021. Die HV-Saison nimmt der Assetmanager Abrdn zum Anlass, auf die Bedeutung des Stimmrechts hinzuweisen. „Ein heute noch als radikal betrachteter Beschluss, der nur wenige Stimmen erhält, kann schon morgen die mutige neue Richtung sein, die vom gesamten Vorstand getragen wird“, so Manager Andrew Mason.

Zinssitzung in Down Under

Auf der Zinsseite verspricht die erste Aprilwoche eher ruhig zu werden. Entscheidungen von Notenbanken stehen nur wenige an. Am Dienstag wird die Reserve Bank of Australia (RBA) eine Zinsentscheidung treffen. Ende Februar hatte die australische Notenbank ihre in der Pandemie zur Konjunkturstützung aufgelegten Wertpapierkäufe eingestellt, aber Zinsanhebungen standen zuletzt für die Währungshüter noch nicht an. Den Leitzins beließ die RBA auf ihrer letzten Sitzung auf dem Rekordtief von 0,1%. Die Inflationsrate (VPI)  in Australien lag im vierten Quartal bei 1,3%. Die australischen Währungshüter sahen daher bisher keine große Gefahr, dass sich die Preisentwicklung in deutlich steigenden Löhnen niederschlägt. Die Währung des Landes hatte sich in den vergangenen Wochen angesichts steigender Rohstoffpreise fest gezeigt. Zum Ende der Woche entscheidet die indische Notenbank über die Leitzinsen. Der Reposatz der RBI liegt seit Mai 2020 unverändert bei 4%.

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